Polfilter — Unersetzlich
Der Polarisationsfilter — ein unschätzbares Werkzeug. Entgegen aller Gerüchte ist mir kein Programm bekannt, was den Effekt, den ein Polfilter hat, simulieren kann. (Im Zweifelsfall bitte ich diesbezüglich um Korrekturen.)
Was macht so ein Polfilter?
Er filtert das Streulicht ab und vermindert Spiegelungen auf reflektierenden Oberflächen (wie Wasser, Kunststoffe, Lacke oder Glas). Die Farben werden satter, der Kontrast verstärkt.
Farbfilter absorbieren Lichtwellenlängen (also bestimmte Lichtfarben), Polfilter hingegen Lichtschwingungsrichtungen von reflektierenden Oberflächen, aber auch vom Sonnenlicht.
Welche Wirkung erzielt wird, hängt vom Winkel des Filters zur reflektierenden Oberfläche ab: Bei schrägstehender Sonne wirkt der Polfilter am besten, wenn das Licht seitlich einfällt. Auch die Luftreinheit hat erheblichen Einfluss — direkt im Dunstkreis eines Industrieschornsteins ist die Wirkung stark reduziert. Das gilt auch für Himmelstrübung oder bei dunstigem Wetter. Bei einem gelblichen Himmel sind keine sättigenden Effekte möglich.
Sonnenblume “Ring of Fire” mit rot-gelb geflammten Blütenblättern. Scan eines analogen Bildes (Canon A-1). 1/500, f/6.7 mit Objetiv 50 mm 1:1.4 und Polfilter.
Ein Einsatz bei ruhigen Gewässern ist sehr effektiv, weil das sichtbar werden kann, was sonst unter den Reflexen auf der Wasseroberfläche verborgen bleibt. (Fische zum Beispiel, aber auch verschiedene Türkistöne des Meerwassers.) Bei fließenden Gewässern oder einem bewegt stürmischen Meer jedoch wechselt aufgrund der unruhigen Wasseroberfläche der Aufnahmewinkel ständig. Da der nun aber für die Wirkung des Polfilters von absoluter Bedeutung ist, ist der Polfiltereinsatz hier wenig erfolgversprechend.
Welcher Polfilter soll es denn sein? Und wie bedient man so ein Teil?
Für eine TTL (Through the lens = durch das Objektiv)-Messung, wie sie bei Spiegelreflexkameras üblich ist, wird ein zirkularer Polfilter benötigt. Lineare Polfilter beeinträchtigen die Messung: Es wird nicht mehr genug Licht für den Autofokus abgezweigt (der dann nicht mehr funktioniert), und der Belichtungsmesser überbelichtet die Bilder, weil er von starker Dunkelheit ausgeht.
Die Bedienung ist so einfach, wie das physikalische Konzept dahinter kompliziert ist. Wass uns aber jetzt ebenso wenig interessieren sollte wie der generelle Unterschied zwischen einem linearen und einem zirkularen Polfilter. (Wichtig ist auf’m Platz — sprich: Die Möglichkeiten des Einsatzes und dessen Grenzen. Wer’s genauer wissen möchte, der google halt. (Ich habe es gerade mal gemacht und spontan diese beiden Seiten für gut erachtet: hier und hier.)
Ach ja, die Bedienung: Man dreht einfach so lange, bis die Reflexionen verschwinden oder das Bild im Sucher gesättigter und kontrastreicher erscheint. Wenn beim Drehen nichts passiert, dann ist der Winkel falsch oder das Licht nicht geeignet.
Man muss auf jeden Fall damit rechnen, dass die Belichtungszeit sich verlängert. Immer dann, wenn einem das nicht passt (Fotos aus der Hand ohne Stativ, Fotos von Bewegungen …), lässt man den Polfilter halt weg.
Ich wünsche gutes Gelingen beim Filtern der Pole.


















