FroschPerspektive

Warum die Froschperspektive nun genau so heißt und nicht etwa Waldmausperspektive, entzieht sich meiner Kenntnis. Viele Tiere hätten sich gut als Namensgeber angeboten, und das Amphibium hat halt das Rennen gemacht.

Bei der Froschperspektive wird das Motiv von unten her aufgenommen und wirkt um einiges mächtiger und größer, vor allem dann, wenn mit einer kleinen Brennweite (Weitwinkel) und aus großer Nähe fotografiert wird. Der Aha-Effekt beim Betrachter ist umso größer, je kleiner das Motiv in Wirklichkeit ist. Aber auch für die Tier- und Kinderfotografie bietet sich diese ungewöhnliche Perspektive an.

Aus Sicht eines Frosches: Pusteblumen.

Aus Sicht eines Frosches: Pusteblumen. Brennweite 28mm, 1/200 Sek., f8, ISO 100.

Manchmal ist man selbst der Frosch

In der Urbanität kommt man sich oft selbst wie der Frosch vor, der an hohen Häusern empor blickt. Zuweilen hat es Kafkaeske Züge, besonders in Großstädten. Um das fotografieren zu können, muss man ein Weitwinkelobjektiv nehmen, welches aber leider zur Verzerrung neigt. So schräg, wie die Hochhäuser dann auf den Bildern wirken, würden sie jedem Architekten, Statiker oder Ingenieur das Blut in den Adern gefrieren lassen. Es gibt spezielle Objektive (sog. Shift-Objektive), die diesen Effekt egalisieren, aber der normalsterbliche Fotograf wird angesichts der Kosten von einer Anschaffung Abstand nehmen. In Programmen wie Photoshop gibt es zwar eine Möglichkeit, in einem gewissen Rahmen diese perspektivische Verzerrung zu beheben (Bearbeiten > Transformieren > Perspektivisch verzerren), aber einige Informationen gehen verloren, während andere Bildbereiche im Gegenzug nun ihrerseits verzerrt wirken. Dazu ein Beispiel:

Aufgenommen in einer Hamburger Hochhaussiedlung. Brennweite 14mm, 1/60 Sek., f5, ISO 100. Originalbild mit deutlich stürzenden Linien.

Aufgenommen in einer Hamburger Hochhaussiedlung. Brennweite 14mm, 1/60 Sek., f5, ISO 100. Originalbild mit deutlich stürzenden Linien.

Das Bild nach Bearbeitung mittels Perspektivischer Verzerrung (PS). Alles wirkt gedrungen, wichtige Infos fehlen -- aber etwas weniger stürzen die Linien schon.

Das Bild nach Bearbeitung mittels Perspektivischer Verzerrung (PS). Alles wirkt gedrungen, wichtige Infos fehlen -- aber etwas weniger stürzen die Linien schon.

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