Wir alle kennen das: Werbung neigt zur Übertreibung. Meistens maß- und hemmungslos.

WordPress wirbt natürlich auch für sich. Zur Schaffung einer corporate identity ist es immer gut, etwas Gemeinsames in die Wagschale zu werfen. (Das sage ich meinem Arbeitgeber seit Jahren, aber da rührt sich nicht viel.) Etwas in dieser Art können markige Slogans sein, so wie dieser von WordPress:

Code ist poetry.

Code soll Dichtung sein?

Jeder von uns hat Vorurteile. Die des pickeligen, ungepflegten und modisch völlig derangierten Programmier-Freaks gehört dabei im Ranking ganz noch oben. Zerschlissene Jeans, die man nach dem Ausziehen in die Ecke stellen kann, Achseln, die im Leben noch kein Desodorant und alle Jubeljahre mal Wasser und Seife gesehen haben sowie Haare, deren Länge die Benutzung einer Rolltreppe verbieten und die mehr Fett an sich haben, als in einer Haushaltspackung Margarine enthalten ist, gehören sicherlich dazu.

Alles Quatsch? Nun, vielleicht nicht immer, aber immer öfter. Stellen Sie sich vor, es gäbe keine Programmiersprachen respektive niemanden, der ihren Code erstellt oder versteht… — das Netz wäre leer. Sie könnten weder dieses Blog noch irgendeinen anderen Netzauftritt ansehen.

Code ist wirklich Poetry, vorausgesetzt, man macht das Richtige draus. WordPress läuft — wie alle Bloganwendungen — mit PHP. Diese Scriptsprache ermöglicht es, optisch und inhaltlich ganz wundervolle dynamische Netzseiten zu generieren.

Sehen Sie sich um in der Welt der Blog-Anziehsachen, den sogenannten Themes. Ein Outfit schöner als das andere! (Dass ich trotzdem daran arbeite, selbst ein Theme zu erstellen, steht auf einem anderen Blatt und hat nichts mit der Qualität bisheriger Themen zu tun.)

Als es das Netz noch nicht gab, konnte man zu Farbe & Pinsel, zu Schere, Klebstoff und Papier oder anderen kreativen Dingen greifen und etwas Wunderschönes kreieren. Bilder, Collagen, so was halt.

Ich erinnnere mich an die ersten journalistischen Erfahrungen bei einer Stadtzeitung — Inhalte, Layout — alles wurde von Hand erstellt, die gute alte Schreibmaschine musste dafür herhalten. (Das war wohl so um 1985, vor gefühlten 27 Milliarden Jahren.) Selbst die ersten Websites waren im Vergleich zu heute mühsam, aber immerhin schon mit HTML-Code. Erstellt an Computern, die uns heute kaum ein müdes  Lächeln abringen.

Im Vergleich dazu leben wir heute in einem publizistischen Wunderland. WordPress ist IMHO eine wunderbare Plattform, von Profis anpassbar bis zur Neige, von Anfängern beherrschbar, ohne sich im Code verlieren zu müssen.

Aber sowohl als auch: Ohne Code geht nichts! Absolut nichts. Er hilft uns, Ideen umzusetzen und ansprechende Auftritte zu bauen.

Und last, but not least möchte ich noch eine Sache einwerfen: Wer jemals selbst an der Codierung herumgeschraubt hat, wem es gelungen ist, eine Kopfgeburt zu realisieren, der verspürt eine Freude, fast einen Triumph, der vergleichbar  ist mit jenem Gefühl, wenn das ultimative Bild oder Foto gelungen oder der Text fertiggestellt ist, an dem man lange  herumgefeilt hat. Allesamt kreative Prozesse.

In diesem Sinne…

[Anmerkung: Der Nachtgedanke konnte gestern Nacht nicht mehr ins Netz gestellt werden, weil der Autor auf dem  Weg dahin sanft eingeschlafen ist. Daher ist der Nachtgedanke rein von der Zeit seiner Veröffentlichung her eher ein 18: 12-Gedanke. Und jetzt ab dafür.]

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