Archiv für April 2009

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Tacho eines Mexiko-Käfers, 25 Jahre alt.

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Aufgenommen in Spanien, nahe der portugiesischen Grenze.

Kürzlich schrieb ich über den Drogenkonsum in den USA. Nun kommt diese Karte, präsentiert vom Nationalgeograf. Welche Region ist am glücklichsten, wo hausen dunkle Wolken im Kopf?

Die Karte zeigt die Prozentzahlen der Einwohner, die in der letzten Zeit “frequent mental distress” (FMD) gefühlt haben — häufiges mentales Leiden mit Stress, Depression und emotionalen Problemen.

Da es sich um eine Telefonbefragung handelte, war das Team des “Centers for Disease Control and Prevention (CDC)” auf die Ehrlichkeit der Befragten angewiesen. Je dunkler die Flecken auf der Karte, desto depressiver die Stimmung. Auffällig ist, dass sich der J.W. Bush-Heimatstaat Texas offenbar ohne Emotionen präsentiert — vielleicht merken die Cowboys und -girls nicht mehr viel, oder es ist ihnen einerlei.

Mein Tipp: Halten Sie sich vom Mississippi-Tal und den Appalachen fern.

Interessant wäre nun eine Meta-Analyse: Wo werden welche Drogen genommen, und wiie korreliert der Drogenkonsum mit dem mentalen Status?

“Predator” — Sie erinnern sich vermutlich. Arnold S., seines Zeichens heutzutage und im echten Leben amtierender Gouverneur des US-Bundesstaates California, und seine Kumpel von der Spezialeinheit wollen eigentlich in Zentralamerika einen Minister aus Rebellenhänden befreien, treffen aber auf so ein fieses, mieses Monster “from outer space”, das ein Schlachtefest eröffnet. So weit, so bekannt, der Film ist 22 Jahre alt, gilt als Genre-Klassiker und gehört wirklich nicht zum Schlechtesten, was Hollywood auf den Markt geworfen hat. Aus diesem Film sollen wir Lebenslektionen mitnehmen?

Eines dieser Fundstücke, die allein schon vom Titel meine Aufmerksamkeit erregt haben: 8 Life Lessons We Can All Learn from “Predator”.

Meine Highlights:

Payback Is A Bitch: … this scene should make you think twice about the consequences before you do something to piss off someone else.
(Rache ist ein Miststück: … diese Szene sollte Sie zweimal über die Konsequenzen nachdenken lassen, bevor Sie etwas tun, was jemand anderen wütend macht.)

Ein gewisser Wahrheitsgehalt ist nicht zu leugnen, aber brauchen wir für diese profunde Erkenntnis “Predator”?

Just because you’re the boss doesn’t mean you get a free pass to suck.
(Nur weil Sie der Chef sind, bedeutet das nicht, dass sie einen Freifahrtsschein haben, Scheiße zu sein.)

Stimmt. Scheiße ist weder an Rang und Namen geknüpft, noch richtet sie sich nach Hierarchien. Und doch ist es so, dass sehr oft die Führungsetage den Umstand, Scheiße zu sein, mehr als bis zur Neige auskostet — und meistens damit auch noch durchkommt.

Upon storming the guerrilla camp, Blain takes a bullet. When he’s asked about it, he replies simply, “I ain’t got time to bleed.” [...]
Somehow, we find time to update our Twitter and Facebook pages 30 times a day, while this guy doesn’t even have time to bleed. A lot more would get done if we shared his sense of urgency.
(Während der Erstürmung des Guerrilla-Lagers trifft Blain eine Kugel. Danach gefragt, antwortet er nur: “Ich habe keine Zeit zu bluten.” [...]
Irgendwie finden wir Zeit, unsere Twitter- und Facebook-Seiten 30 mal am Tag zu aktualisieren, während dieser Kerl nicht einmal Zeit hat zu bluten. Einiges mehr könnte geschafft werden, würden wir seinen Dringlichkeitssinn teilen.)

Passt schon. Ich habe manchmal nicht einmal die Zeit, keine Zeit zu haben. Ich kenne das nur zu gut. Neulich, ich pflegte gerade ambulant zu pflegen, wurde der Befüllungsstand der Harnblase geradezu lästig, aber ich hatte einfach keine Zeit, dem nachzugeben. Irgendwann, nachdem nur noch der äußere Schließmuskel den Blaseninhalt zurückhielt und der Urin im Hirn schon toxische Wirkungen entfaltete, ging es nicht mehr anders, und ich musste in die Station fahren und… naja, Sie wissen schon. Bei Kunden geht man nicht auf’s Klo, fahren Sie mal ambulant, dann verstehen Sie das.
Hat man lange zugekniffen, dann kommt es schon mal vor, dass man — durch einen Spasmus bedingt — tröpfchenweise und ewig lange… naja, das halt. Ich wurde ärgerlich, stinksauer auf meine Harnproduktion, die Harnblase, den Schließmuskel. Ich präzisiere: Ich wäre unter normalen Umständen stinksauer geworden, aber ich hatte dafür einfach keine Zeit.

When In Doubt, Fire Wildly Into The Woods [...] It’s not the most efficient model for getting things done, but it’s a lot better than sitting back and doing nothing.
(Im Zweifelsfall feuern Sie wild in den Wald [...] Es ist nicht der effektivste Weg, etwas zu erledigen, aber es ist um einiges besser als sich zurückzulehnen und nichts zu tun.)

Aha. Soso. Feuern in den Wald. Als Allegorie für Aktionismus mag das ja noch angehen, aber wie wir in der aktuellen Weltwirtschaftskrise sehen können, ist Aktionismus auch nicht immer die Lösung aller Probleme. Zurücklehnen und nichts tun jedoch auch nicht. Bei mir scheitert das Feuern in den Wald schon daran, dass es mir an Schusswaffen mangelt. Aber vielleicht tut es im Notfall auch eine Wasserpistole? Fakultativ könnte ich es auch mit Wattetupferwürfen versuchen. Auf jeden Fall: In den Wald. Das merke ich mir.

Never Rely On The Help Of Others [...] Self-reliance is a valuable trait to have, whether you’re in the jungle or trying to get something on a really high shelf at Home Depot.
(Vertraue nie auf die Hilfe anderer [...] Eigenständigkeit ist ein wertvoller Wesenzug, ob Sie im Dschungel sind oder versuchen, etwas auf einem richtig hohen Brett im “Home Depot” zu ergattern.)

Ja, stimmt, vorzugsweise macht man alles alleine. Fremde Hilfe kann kommen — muss aber nicht. Dann lieber die Ärmel hochkrempeln und selbst Hand anlegen. Aber auch das ist keine exklusive “Predator”-Weisheit.

All this talk about killing is simply a metaphor for getting things done. With strategy, cooperation and lots of hard work, there really isn’t anything that can’t be accomplished. It also helps if you bring a bunch of of machine guns.
(All das Gerede über das Töten ist einfach eine Metapher dafür, etwas zu schaffen. Mit Strategie, Kooperation und viel harter Arbeit gibt es wirklich nichts, was nicht bewältigt werden kann. Es hilft zudem, wenn Sie einen Haufen von Maschinenpistolen mitbringen.)

D’accord. Strategie, Kooperation, harte Arbeit — passt somit zu fast allem, was uns “Predator” bislang gelehrt hat. Selbst machen, statt auf fremde Hilfe zu vertrauen, im Zweifelsfall in den Wald schießen.

Wobei: Was hat Feuern in den Wald mit Strategie zu tun? Und: Rache ist ein Miststück, schon vergessen? Wenn das, was man erledigen möchte, nicht durch Maschinenpistolen zu schaffen ist, wird es vermutlich richtig mächtig sauer. Ganz abgesehen davon, dass Otto-Normal-Blogger wie ich über ein sehr beschränktes Waffenarsenal verfügen — Wattetupfer und Wasserpistolen, Sie wissen schon.

Da lacht sich so ein “Raubtier” doch tot. Auch eine Variante, ihm beizukommen…

Hamburg steht vor einer gewaltigen Umstrukturierung. Die Schulen sollen neu aufgestellt werden. Eine der — aus meiner Sicht — guten Ideen. Warum ein Versuch, es anders als bisher zu machen, durchaus sinnig ist, erklärt Ihnen Christa Goetsch, Hamburger Senatorin für Schule und Berufsbildung.

Ich studiere seit… ach, lassen wir das, kleinere Verzögerungen sind begründbar, schließlich arbeite ich als Dozent an einer berufsbildenden Schule und habe Kinder… wo war ich? Ach ja, genau, ich studiere Lehramt für gymnasiale Oberstufe an berufsbildenden Schulen, Fachrichtung Gesundheit, und habe mir über die Jahre des Theoretisierens und Praktizierens so meine Gedanken gemacht zu diesem Thema.

Kürzlich fand ich in meinen Unterlagen einen Zettel, auf dem ich vor ungefähr drei Jahren meine Gedanken niedergeschrieben habe. Man soll Dinge ab und an im Herzen bewegen, reflektieren und neu bewerten. Das habe ich getan, aber es ändert nicht viel an meiner Meinung. Höchstens, dass es eher drei Minuten vor Zwölf ist, wenn es um die Umsetzung geht. Die Zeit drängt — wir verschenken verschleudern Potentiale.

Hier also die Gedanken, die ich vor Jahren aufgeschrieben habe. (Ich erinnere auch noch genau den Ort: Ein Seminarraum im womöglich hässlichsten Gebäude der Universität Hamburg, in welchem die Berufspädagogen untergebracht sind — ein schmuckloser Funktionalbau, unzureichend ausgestattet, und doch an diesem Tag der lebendigste, inspirierendste Ort des Planeten — weil Wolfgang Bürger, der “Brandredner” unter den Pädagogen, das Seminar leitete.)

1. Gedanke: Bildung darf nicht von der sozialen und/oder ethnischen Herkunft abhängen!
Daran sollte es keinen Zweifel geben. In Deutschland ist der Transfer von “unten” nach “oben” immer noch ein Problem. Sprachbarrieren stehen einer wirklichen Integration entgegen. Nur wer sich sicher auf dem Terrain der Muttersprache bewegt, hat die Chance, eine Zweitsprache (in diesem Fall unsere Landessprache Deutsch als gemeinsame Grundlage) zu lernen. Der Migrationshintergrund darf nicht wie ein Stigma ausgeblendet, sondern sollte integriert werden, am besten schon in der frühkindlichen Bildung. Gerade dieses Zeitfenster, in dem Kinder besonders neugierig und aufnahmefähig sind, bietet unglaublich viel Potential. Ein verpflichtendes vorschulisches Kindergartenjahr, idealerweise kostenfrei, mit einer Einbeziehung der verschiedenen Kulturen, aber auch einer sprachlichen Förderung, ist m.E. dafür unabdingbar.
Deutsch als Zweitsprache erfordert aber eine grundsätzlich andere Herangehensweise, auch von Seiten der Schule. Es muss Orte geben, an denen Deutsch geübt, gesprochen, gelebt werden kann. Schon deshalb bin ich für die Einführung von Ganztagsschulen, die auch die Chance bieten, möglicherweise vorhandene Defizite in den Familien aufzufangen — und dabei schließe ich deutsche wie Migranten-Familien ein.

Und eines ist unabdingbar: Wir sind ein Einwanderungsland mit verschiedenen ethnischen, kulturellen, sprachlichen und religiösen Hintergründen. Das so einzugestehen, ist wichtig für integrative Prozesse.

2. Gedanke: Aufhebung der verschiedenen Schulformen, stattdessen gemeinsamer Unterricht bis zur 10. Klasse!

Mein Sohn ist an einer Modell-Grundschule. Dort werden Vorschüler, Erst- und Zweitklässler sowie Dritt- und Viertklässler gemeinsam unterrichtet. Soziale Kompetenzen, gegenseitige Unterstützung bei der Wissenskonstruktion und Übernahme von Verantwortung dem anderen gegenüber sind da Teil der Lernkultur. Es funktioniert hervorragend. Die Abgänger mit einer anderen Muttersprache als der deutschen schneiden überdurchschnittlich gut ab, wenn es um die Beherrschung der deutschen Zweitsprache geht. Kinder lernen gemeinsam, mit- und voneinander. Die Primarschule, die ab 2010 in Hamburg eingeführt wird, ermöglicht immerhin das gemeinsame Lernen bis zur 6. Klasse. IMHO ein Schritt in die richtige Richtung.

3. Gedanke: Unterricht muss sich am Erwerb von Kompetenzen orientieren!

Fach-, Personal-, Sozial und Methodenkompetenz — so lernen wir es im Studium. Es gibt noch eine ganze Reihe anderer, die sich mit Lerntechniken, Medien, Gestaltung u.ä. beschäftigen. Die Vermittlung dieser Kompetenzen muss im Mittelpunkt von schulischem Lernen stehen. Kinder von heute sind Erwachsene von morgen. Viele Betriebe bemängeln die fehlenden Kompetenzen von Schulabgängern. Wir können und dürfen uns dieses Heer von teilweise unzureichend gerüsteten Menschen nicht mehr leisten!
Ich weiß, dass dieses Wort auch einen negativen Beigeschmack haben kann, aber: Das Humankapital ist das wichtigste, was wir haben.

4. Gedanke: Individualisierter Unterricht, der jeden dort abholt, wo er steht!

Unterricht, der alle Schüler mit einem Maß misst, undifferenziert und ohne Berücksichtigung von individuellen Lernzielen, kann niemanden ins Boot holen. Auf diese Art treiben einige immer nebenher, bestenfalls, oder sie driften ab und sind außer Reichweite, schlimmstenfalls. Die hohe Zahl an Schulabbrechern ohne Schulabschluss ist eine Folge. Man kann eine Schulbiografie hinlegen, welche der allgemeinen Schulpflicht genügt, rein von der Anzahl der Beschulungsjahre her, ohne dass nennenswerte Erfolge zu verzeichnen wären. Im Prinzip ist das asozial. Wir müssen hinsehen, Stärken entdecken und fördern, an Schwächen arbeiten, und den Spaß am Lernen wecken. Das geht nicht mit abgespultem Lehrstoff, der nur die curricularen Vorgaben im Blick hat. Schule muss Schülern vermitteln, dass sie ernst genommen, wahrgenommen werden. (Meine Schüler z.B. haben meine Privatnummern, mein ICQ und die Email-Adresse. Um es klar zu sagen: Nein, sie mißbrauchen sie nicht, obwohl viele Freunde diese Bedenken hatten, aber für den Fall der Fälle haben sie einen Ansprechpartner.)
Niemand kann garnichts! Keiner ist nutzlos. Man muss nur die Kreativität wachrütteln. Dafür sind auch mal ungewöhnliche Methoden nötig.
Wir haben jedoch zu viele, die Hass auf Schule haben, die Lernen zum Kotzen finden und Lehrer als Feinde ansehen. Selbst an der Grundschule meines Sohnes steht es bereits gesprüht: “Diese Schule ist scheisse“.

5. Gedanke: Mehr Einsatz von Sinnen!

Wir sind von Sinnen, wenn wir nicht das lernfördernde Potetial von Sinnen beim Schopfe packen. “Das habe ich jetzt nicht begriffen!” Be-griffen im wahrsten Wortsinn. Riechen, fühlen, sehen, schmecken, erleben — so klappt’s auch mit dem Lernen!

6. Gedanke: Wir gehen zu früh zu selektiv vor!

Bei vielen Kindern hat sich bis zum Ende des 4. Schuljahres noch keine ausreichende Tendenz zu einer der Schulformen ausgebildet. Sie dann schon in Schubladen zu sortieren, ergibt oft (zugegeben: nicht immer) wenig Sinn. Kurz nach meiner eigenen Grundschulzeit kam die Einführung der Orientierungsstufe — offenbar hatte man erkannt, dass beim Wechsel in die 5. Klasse oft keine Aussage hinsichtlich der Eignung getroffen werden kann. Aber warum muss man dafür funktionierende Lerngruppen zerschlagen? Dann sollen sie doch lieber sechs Jahre gemeinsam lernen. Oder noch besser: 10. (Siehe 2. Gedanke.)

7. Gedanke: Weg mit dem Unterricht, der streng nach Fächern trennt. Lieber fachübergreifend und mit echten Problemstellungen unterrichten!

Erklärt sich weitgehend von selbst, oder? Fallbeispiele aus der Lebenswirklichkeit erfordern zur Lösung verschiedene Inhalte aus verschiedenen Fächern. Dafür hatten wir früher in Mathe die sogenannten Textaufgaben. (“Wenn drei Bauarbeiter an einer Baustelle 6 Tage arbeiten, wie lange arbeiten dann 17 Bauarbeiter an derselben Baustelle?”) Allerdings erforderten die Antworten meines Erachtens zu wenig fachübergreifende Inhalte. Mal ehrlich: Kaufen Sie ein und verlassen sich alleine auf Ihre Rechenkünste? Schon an so einem lebensnahen Beispiel kann sehr viel fest gemacht werden: Gesunde Ernährung, Lesen, Planungsprozesse, Schreiben, Kalkulation…

8. Gedanke: Abschaffung von rein auf Noten basierenden Zeugnissen, stattdessen Einführung von Lernentwicklungsberichten!

Ich habe mal in einer Seminararbeit geschrieben, zugegeben etwas kätzerisch, Noten seien in wenigen Minuten vergeben. Das wurde mir angekreidet damals, und aus der Erfahrung in mehreren Berufsschulen weiß ich, dass es auch nicht stimmt. Und doch: Eine Note sagt nicht viel aus. Wann immer ich Noten vergebe, sei es zum Ende der Probezeit, vor Konferenzen oder im Examen, bitten die meisten Schüler um ein Gespräch, um die Gründe zu erfahren. Sie möchten ihre Stärken, aber auch auch ihre Schwächen erfahren. Wo müssen sie ansetzen, um etwas zu verändern? Welche individuellen Stärken können sie fördern? Ein Bericht macht u.U. etwas mehr Arbeit, aber er ist aussagekräftiger.

9. Gedanke: Eigenes Denken und Meinungen fördern!

Schule bedeutet nicht, etwas auswendig zu lernen und pure Fakten abzuspeichern. Lernen bedeutet nicht, für eine gute Note alles in das Kurzzeitgedächtnis zu speichern, es auf den Punkt abzurufen — und dann wieder zu vergessen. Lernen muss nachhaltig sein, sinnhaft und gerichtet. Das Warum muss vermittelt werden — wozu brauche ich das? Wenn ich zurückdenke, an meinen Geschichtsunterricht zum Beispiel… ohje… niemand hat anfänglich gefragt, warum die Beschäftigung mit der Vergangenheit für das Hier und Jetzt und die Zukunft von Bedeutung ist. Es wurden Jahreszahlen abgefragt, und wenn auch nur das exakte Datum minimal falsch war, wurde es falsch gewertet. Dabei kann der Blick zurück die Augen für aktuelle Probleme öffnen, wenn er mit Nachdenken, Reflektieren und Bewerten gefüllt wird. Nicht nachkauen, heißt die Devise, sondern überlegen und Standpunkte beziehen. Das macht die Schule meines Sohnes übrigens schon jetzt ganz vorzüglich — und er ist erst in der 1. Klasse!
Verknüpfendes Lernen mit Blicken weit über den Tellerrand hinaus, Förderung der kognitiven Fähigkeiten und das Einfordern von Meinungen, auch wenn sie vielleicht mal unbequem sind — all das bringt Menschen voran.

10. Gedanke: Lernen kann und soll Spaß machen!

Wohin geht der Trend? Hin zum lebenslangen Lernen. Aus verschiedenen Gründen ist es wichtig, sich nicht ab einem bestimmten Punkt auf den Lorbeeren auszuruhen, die Hände in den Schoß zu legen und auf die Rente zu warten (die ja im Übrigen sicher ist!). Neuverdrahtung des Gehirns ist in jedem Lebensalter möglich, und es ist nötig. Wer mit Bauchschmerzen und Ablehnung lernt, der kommt nicht weit. Neugierde, Kreativität, Lust am Lernen zu fördern ist die Aufgabe schlechthin im Bildungssystem. Wenn Sie schon mal eine Fortbildung oder ein Seminar besucht haben, die bzw. das in etwa so auf- und anregend war wie eine Altpapierabholung, dann wissen Sie vermutlich, was ich meine. Oder war der Lernerfolg entsprechend?

ickeManchmal muss man sich sogar eine Tüte auf den Kopf setzen, um Menschen zu erreichen — nach den Lachsalven folgte eine der erfolgreichsten, schönsten Unterrichtsstunden der letzten Zeit. Was tut man nicht alles, um die Lerngruppe bei Laune zu halten…

In diesem Sinne…

favorite drugs in the US Viele Menschen nehmen Drogen. Irgendwie hat jeder seine ganz persönlichen Rauschmittel — einige sind völlig legal (Kaffee, Zigaretten, Bloggen), andere sind zwar legal, machen aber dick (Produkte amerikanischer Fastfood-Ketten, Schokolade!). Das Leben ist auch viel zu öde ohne Endorphine. Interessant, was die Amerikaner so konsumieren — eine schick aufgemachte Grafik zeigt, in welchen Landesteilen welche Drogen geworfen, geraucht oder auf andere Weise dem Körper zugeführt werden. Im weitesten Sinne geht es hier um illegale Drogen (Medikamente, Marihuana, Heroin, Kokain). Alkohol fehlt — wie so oft in solchen Aufstellungen. Als Quelle ist das US-Justizministerium angegeben.

Alleine schon die grafische Umsetzung ist einen Besuch wert.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Tatsache, dass Drogenkonsum im Abwasser nachgewiesen werden kann. Dazu einige Links:

Spuren im Abwasser: US-Bürger koksen meist am Wochenende

Drogen: Die Koks-Hochburgen in Europa und den USA

Scienceticker: Entlarvendes Abwasser

Gut, der Film, den ich ausgegraben habe, schluckt 23 Minuten Lebenszeit. Aber der Neuro-Wissenschaftler Michael Merzenich präsentiert Forschungsergebnisse über unglaubliche Kräfte des Gehirns, die allemal 23 Minuten Lebenszeit wert sind.

Das Gehirn hat unglaubliche Fähigkeiten, die man sowohl für verletzte Gehirne als auch zur Förderung der Hirnleistung nutzen kann. Das Gehirn kann sich selbst aktiv neu verdrahten, ist anpassungsfähig und reagiert auf wechselnde Situationen und Anforderungen. Diese Plastizität kann genutzt werden, um verlorene Funktionen wieder herzustellen und vorhandene Fähigkeiten auszubauen.

Der Vortrag vom Februar 2009 ist zwar auf Englisch, aber IMHO gut verständlich.

[Quelle]

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