“Ach, Merkel, die alte Stasischlampe, die kann mich mal.”

[Ein Mann in ausgebuffter grauer Jogginghose, einem T-Shirt mit völlig sinnfreiem englischen Aufdruck, weißen Tennissocken mit blauem und rotem Streifen und -- ich gestehe, es klingt so sehr nach Vorurteil, dass es zum Himmel schreit, aber es war so -- Badeschlappen zu einem Verkäufer auf dem Flohmarkt in Gartow, Wendland.]

Hoppla! Harter Tobak, oder?

Dieser Satz muss dingend in einen Zusammenhang gebettet werden, um ihn gebührend würdigen zu können.

Der Stand, an welchem dieses Zitat aufgeschnappt wurde, bot diverse Computerspiele feil. Jener Mann, der das Zitat über Merkel fallen ließ, wollte ein wohl in absehbarer Zeit indiziertes PC-Spiel erwerben, das der Verkäufer auch prompt aus einer Kiste zauberte. Es entstand ein Wortwechsel, in dessen Verlauf sich beide Seiten  gegenseitig hochschaukelten. Grundsätzlich war man sich aber einig: Die Regierung dürfe keine Spiele verbieten, auch nicht die Gewalt verherrlichenden, die in einen Zusammenhang mit Amokläufen gebracht werden. Irgendwann fiel dann der Satz.

Volkes wahre Seele auf dem Flohmarkt. Stammtischparolen am Spielestand. Zu allem Überfluss bediente der Mann auch noch alle Vorurteile — sprachlich, optisch und olfaktorisch. The real Dittsche!

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