Archiv für 18. Mai 2009

Der Vorwurf Aktionismus unterstellt betriebsames, unreflektiertes oder zielloses Handeln ohne Konzept, um den Anschein von Untätigkeit oder Überforderung zu vermeiden oder zu vertuschen. Aktionismus kann auch bedeuten, dass viele Projekte diskutiert oder begonnen, aber nicht zu Ende geführt werden. [Quelle]

(Vergleichen Sie zum Thema Aktionismus auch “Lebenslektionen vom “Predator“, Punkt 4: Feuern in den Wald.)

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[Das Bild habe ich übrigens bei Achter entwendet. Vielen Dank dafür!]

Es ist zum Mäusemelken. Demnächst darf man vielleicht nichts mehr schreiben. Jedes Foto sollte anwaltlich geprüft werden, bevor es eingestellt wird. Blutsaugende Parasiten mit dem Intellekt eines Toastbrots schreiben knuffige Abmahnungen, und schon ist es vorbei mit dem schönen Allerlei des Internets. Wenn mir jetzt jemand mit dem Argument kommt, Kinderpornographie und rechtsradikale Inhalte seien strafrechtlich relevant: Natürlich sind sie das! Und sie dürfen nicht hingenommen werden. Aber man muss an der richtigen Stelle ansetzen. Aktionismus bedeutet, dass man etwas getan hat, ohne die Sinnhaftigkeit und die Nachhaltigkeit zu überprüfen. Die Gefahr ist da.

Nach Amokläufen wird reflektorisch das Verbot von Gewaltspielen und Gotcha gefordert. Verschärfungen des Wafffenrechts werden diskutiert. Aber die gesellschaftlichen Strukturen, die schulische und Lebenswirklichkeit, die zu solchen Ereignissen führen, bleiben außen vor.

Wenn Piraten vor Somalia ein Schiff nach dem anderen kapern, versucht der Bundesinnenminister, die Kompetenzen der Bundeswehr zu erweitern, und zwar so, dass diese Erweiterungen irgendwann einen Einsatz der Armee im eigenen Land rechtfertigen. Einer der nicht unbedingt geheimen Wünsche des Wolfgang S.

Und gegen Kinderpornographie helfe ein Stoppschild, sagt Ursula v.d.L., die Bundesfamilienministerin. (Klar, als ich jung war, haben uns die Schilder an Baustellen auch ganz konkret davon abgehalten, diese zu betreten. Wir waren NIE auf Baustellen, ich schwör’!) Einigkeit über die Wirksamkeit solcher Maßnahmen sieht anders aus. Es gilt, den Anbietern solcher Inhalte Feuer unterm Arsch zu machen. Nachweislichen Konsumenten natürlich auch. Man muss an die Wurzel des Übels, und da kommt man mit Stoppschildern nicht hin.
Stellen Sie sich vor, Sie suchen etwas über eine Suchmaschine — und landen unbedarft und unbeabsichtigt auf einer Seite mit verbotenen Inhalten. Da wollten Sie nicht hin, und Sie wollen auch möglichst schnell wieder weg, aber Ihre IP wurde in diesem Zusammenhang erfasst und gespeichert. Und schon beginnen die Mühlen zu mahlen…

Welche Hirnrissigkeiten Eskapaden auf uns als Internet-Nutzer zukommen, können Sie hier nachlesen: Rettet das Internet. Und um es hier gleich noch einmal zu sagen: Stünde es in meiner Macht, gäbe es kinderpornographische, rechtsradikale und andere verbotenen Inhalte nicht. Aber bitte, solche Bemühungen dürfen nicht auf dem Rücken aller Netznutzer ausgetragen werden. Sonst sind wir bald alle illegal.

Warum, werden sich einige fragen? WARUM DIES?

Masti aus Bagdeburg mit seinem Bagdeblog… verdammt, was schreibe ich hier eigentlich? ….ein neuer Anlauf, schnell: Basti aus Magdeburg hat einfach ein lesenswertes Blog mit dem formvollendetenNamen Magedeblog, ich lese es heimlich, weil mich die Thematiken oft beschämen, genant wie ich nun mal bin, freue mich aber diebisch über seine durchgeknallte gut gemischte Themenauswahl. Nun ist es an der Zeit, Farbe zu bekennen; die nötige Kraft habe ich durch die Anonymen Madeblogger (AM) bekommen.
Ich bin Jörg, und ich bin anonymer Magdeblogger.

Jetzt ist es raus, ich bin irgendwie erleichtert. Es ist, als hätte jemand Rainer Calmund von meiner Seele genommen.

Aber da Sie jetzt ohnehin alle Bescheid wissen, kann ich auch detailliert berichten. Basti möchte via Beeinflussung der weiblichen Fruchtbarkeit die Staatsverschuldung sinken lassen, hat tolle Vorschläge zur nahezu kostenfreien sensiblen und auditiven Befriedigung, und, ja, sehr schockierend, zeigt Bflanzen, Busen und Balkone (ne, echt jetzt, ein echtes TittenBrustbild!). Ach ja, Hundebilder unter echt richtig kurzen, griffigen Überschriften, Berichte von Attacken auf NPD-Fahrzeuge und wirklich neueste Neuigkeiten aus dem Tierreich sind auch dabei– die Themenflut bei Basti aus Magdeburg nimmt kein Ende. Er hat sogar Leib und Leben riskiert, um im Selbstversuch den besten McFlurry ausfindig zu machen: Das ist investigative Feldforschung at its best.

Zuweilen überfordert er mich ein wenig mit der unorthodoxen Syntax, das gebe ich unumwunden zu, aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Deshalb ist Mastis Bagdeblog… Blastis Bagdemog… also, deshalb ist der jetzt hier in der Blogrolle.

human-vs-animal-flickr Eine englische Infografik bei Flickr gibt Auskunft darüber, dass bislang nur uns zugeschriebene Eigenschaften sich auch im Reich der anderen Tiere zeigen.

Humor, Werkzeuggebrauch, Langzeitgedächtnis, komplexe Kommunikation, Emotionen, Kultur, Zählen und Selbsterkennen — wir dachten lange, wir wären die einzigen, die diese Fähigkeiten vorzuweisen haben, müssen uns aber durch Forschungsergebnisse immer wieder eines besseren belehren lassen. Dass wir körperlich unterlegen sind, wissen wir nicht erst seit gestern — nur der Langstreckenlauf ist (noch) eine humanoide Paradedisziplin.

Eine gute, informative Grafik.

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