Der Vorwurf Aktionismus unterstellt betriebsames, unreflektiertes oder zielloses Handeln ohne Konzept, um den Anschein von Untätigkeit oder Überforderung zu vermeiden oder zu vertuschen. Aktionismus kann auch bedeuten, dass viele Projekte diskutiert oder begonnen, aber nicht zu Ende geführt werden. [Quelle]
(Vergleichen Sie zum Thema Aktionismus auch “Lebenslektionen vom “Predator“, Punkt 4: Feuern in den Wald.)

[Das Bild habe ich übrigens bei Achter entwendet. Vielen Dank dafür!]
Es ist zum Mäusemelken. Demnächst darf man vielleicht nichts mehr schreiben. Jedes Foto sollte anwaltlich geprüft werden, bevor es eingestellt wird. Blutsaugende Parasiten mit dem Intellekt eines Toastbrots schreiben knuffige Abmahnungen, und schon ist es vorbei mit dem schönen Allerlei des Internets. Wenn mir jetzt jemand mit dem Argument kommt, Kinderpornographie und rechtsradikale Inhalte seien strafrechtlich relevant: Natürlich sind sie das! Und sie dürfen nicht hingenommen werden. Aber man muss an der richtigen Stelle ansetzen. Aktionismus bedeutet, dass man etwas getan hat, ohne die Sinnhaftigkeit und die Nachhaltigkeit zu überprüfen. Die Gefahr ist da.
Nach Amokläufen wird reflektorisch das Verbot von Gewaltspielen und Gotcha gefordert. Verschärfungen des Wafffenrechts werden diskutiert. Aber die gesellschaftlichen Strukturen, die schulische und Lebenswirklichkeit, die zu solchen Ereignissen führen, bleiben außen vor.
Wenn Piraten vor Somalia ein Schiff nach dem anderen kapern, versucht der Bundesinnenminister, die Kompetenzen der Bundeswehr zu erweitern, und zwar so, dass diese Erweiterungen irgendwann einen Einsatz der Armee im eigenen Land rechtfertigen. Einer der nicht unbedingt geheimen Wünsche des Wolfgang S.
Und gegen Kinderpornographie helfe ein Stoppschild, sagt Ursula v.d.L., die Bundesfamilienministerin. (Klar, als ich jung war, haben uns die Schilder an Baustellen auch ganz konkret davon abgehalten, diese zu betreten. Wir waren NIE auf Baustellen, ich schwör’!) Einigkeit über die Wirksamkeit solcher Maßnahmen sieht anders aus. Es gilt, den Anbietern solcher Inhalte Feuer unterm Arsch zu machen. Nachweislichen Konsumenten natürlich auch. Man muss an die Wurzel des Übels, und da kommt man mit Stoppschildern nicht hin.
Stellen Sie sich vor, Sie suchen etwas über eine Suchmaschine — und landen unbedarft und unbeabsichtigt auf einer Seite mit verbotenen Inhalten. Da wollten Sie nicht hin, und Sie wollen auch möglichst schnell wieder weg, aber Ihre IP wurde in diesem Zusammenhang erfasst und gespeichert. Und schon beginnen die Mühlen zu mahlen…
Welche Hirnrissigkeiten Eskapaden auf uns als Internet-Nutzer zukommen, können Sie hier nachlesen: Rettet das Internet. Und um es hier gleich noch einmal zu sagen: Stünde es in meiner Macht, gäbe es kinderpornographische, rechtsradikale und andere verbotenen Inhalte nicht. Aber bitte, solche Bemühungen dürfen nicht auf dem Rücken aller Netznutzer ausgetragen werden. Sonst sind wir bald alle illegal.
Schlagworte: Big Brother, Lebenswirklichkeit, NETZosphäre

















Das Internet muss unter allen Umständen von staatlicher, ideologischer und wirtschaftlicher Kontrolle und Zensur frei bleiben/werden. Das ist nicht nur der Wunsch einiger romantischer Nerds sondern ein elementares Grundrecht. Die Möglichkeit des freien Zugangs zu Information impliziert auch das freie Recht dazu. Wenn man nicht jetzt schon darüber aufklärt kann beim web 3.0, 4.0 usw. alles zu spät sein. Dann ist wirklich mal “1984″.
1983 fünf sechstel haben wir ja schon.