Die Zeiten ändern sich. Auch Ulf stellte kürzlich fest, dass man “anachronistisch” ist, wenn man mit Handbrühfiltern, Aufziehuhren und Rasiermessern hantiert.

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Die Verwendung von Kalendersystemen, Vinylplatten und Kolbenfüllern fällt ebenfalls darunter. Wie oft ich seltsam angesehen werde, wenn ich meinen Filofax auspacke, um Termine abzuklären, kann ich schon nicht mehr zählen. Dabei hat Papier eine sinnliche Komponente, ist unabhängig von Akkuständen und Strom und sehr spontan, gerade bei schnellen Notizen. Schallplatten haben einen warmen Klang, die Wahl eines bestimmten Liedes unterliegt nicht einer Nummer im Display, sondern genauer Kenntnis der Topographie auf der Vinyloberfläche. Und das Schreiben mit einer Feder ist unvergleichlich.

Meine Gitarre ist zwar nicht so alt, aber die Bauart gibt es seit 1950: Eine Fender Telecaster, klassisch und ohne jeden Schnickschnack, mit zwei Single coil-Pickups bestückt und in der Farbvariante “Butterscotch blonde”.

Heute gibt es kaum noch jemanden ohne Mobiltelefon. Hat klare Vorteile, aber sicherlich auch Nachteile. Man merkt, wie sich die Zeiten ändern, gerade bei der fernmündlichen Kommunikation. Jeder zweite Festnetzanruf beginnt mit den Worten: “Bist du zuhause?” (Reflektorisch möchte ich entgegnen: “Ja, wo soll ich denn sonst sein?”)
Als ich jung etwas jünger war, so vor 30 Jahren kürzlich erst, erübrigte sich diese Frage. Wer ans Telefon ging, das über eine Schnur mit der Wandsteckdose befestigt war, ja, wo bitte sollte der denn schon sein? Das erste Telefon, an das ich mich bewusst erinnern kann, war noch aus Bakelit und hatte einen Kawenzmann von Wählscheibe; die war mindestens so groß wie heute die kleinsten Handys. Heutzutage denken wir scheinbar kaum noch nach, wenn wir irgendwo anrufen. “Home zone” und Co. machen es möglich. Man kann überall sein. Außer vielleicht im U-Bahn-Tunnel, denn dort versagen Telefone noch immer ihren Dienst.

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2 Kommentare zu „The times they are a-changing part 2“

  • Oh, Du spielst auch Gitarre? Aber meine ist älter: Ich spiele KLASSISCHE Gitarre… Doch meine Saiten sind hochmodern und nicht aus Schafsdarm: Kohlefaser.

    • Eine klassische Gitarre habe ich auch, aber die hatte sich mein Nachbar mal ausgeliehen (ich weiß, man verleiht keine Instrumente und Werkzeuge!). Dort hat sie dann das Zeitliche gesegnet, der Hals ist gebrochen.

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