Archiv für Juni 2009
James Bond 007 ist ein waghalsiger Teufelskerl. Mit Skiern durch eine Bobbahn, mit einem bajuwarischen Automobil Hamburg demolieren, einem Flugzeug hinterher fliegen — Grenzen der Physik scheinen aufgehoben zu sein. Bisher 24 mal bestellte der Mann im Geheimdienst Ihrer Majestät Wodka-Martini, 32 mal wurde ihm prophezeit, er müsse nun sterben (ich hätte da auf eine größer Zahl getippt), 75 mal hat der Mann gep… (Sie wissen schon!), und überhaupt sollte man sich vor ihm in Acht nehmen, um nicht flach gelegt zu werden. [Quelle der Zahlen.]
“Casino Royale”, der erste Bond-Roman von Ian Fleming, wurde zwei mal verfilmt. Eine Version, die mit Daniel Craig, gehört zu den besten Bond-Filmen überhaupt. Die andere von 1967 war als Persiflage gedacht, verschliess fünf Regisseure, Peter Sellers und Woody Allen verließen im Streit den Dreh, Zeitplan und Budget wurden erheblich überzogen, im Endeffekt schlidderte der Film nur knapp an einem Desaster vorbei.
Des Bloggers Spam-Alptraum (ja, is’ klar, man scheibt das jetzt mit B, aber das sieht genauso doof aus wie Delfin oder Stopp) ist auch ein Casino. Es wechselt den Namen noch häufiger, als es die Darsteller des Geheimagenten taten, mal kommt es als “Casino 1244417571″ daher, dann wieder als “Casino 1244410320” oder “Casino 1244376282“. Allen gemein ist der sinnige Text der Kommentare — er ist wortgleich mit dem Absender, ergänzt um drei Punkte.
Die Adresse der referenzierten Website ist ziemlich bescheuert und alles andere als vertrauenerweckend: gogole.com/?12444, der Rest folgt dann der Nummer hinter Casino. Die IP ist stets gleich: 89.248.160.248. Um eines klarzustellen: Normalerweise ist mir die IP der Kommentatoren heilig, eine Veröffentlichung käme nicht in Frage. Hier aber mache ich eine Ausnahme. Acht dieser “Casinos” hatte sich mein Blog allein heute reingetreten, AntiSpam Bee hat sie zielsicher herausgepickt und ins Kröpfchen geschoben, aber löschen muss der Blogger sie von Hand. Die genaue Anzahl der Casinos, die bisher die Kommantare zu verseuchen versucht haben, steuert geschätzt auf die 50 zu.
Die Lebenszeit, die man für die Eliminierung solch bescheuerter Einträge verschwenden muss, könnte wesentlich sinnhafter genutzt werden, die Inhalte sind irgendwo zwischen hanebüchen und indolent anzusiedeln. Hinsichtlich der Penetranz jedoch sind die Casino-Schwachsinnigkeiten nicht zu überbieten.
In diesem Sinne…
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Hamburgs Flagge weht über der Speicherstadt. Hamburg kicks ass!
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Die Speicherstadt in Hamburg expandiert. Architektonisch wird das alles andere als ein Einheitsbrei — Diversität am Bau ist die Devise. Für jedes Projekt gibt es eigene Architektenwettbewerbe. Manchen ist es zu unruhig, aber meines Erachtens ist das der Weg der Zukunft.

Deswegen?
Man kennt sie in Europa, die Koch-Mehrin, auch wenn sie Gerüchten zufolge weniger in Ausschüssen anwesend ist, als ihr Gehalt vermuten lässt. Sie sticht heraus, als Frau, als blonde Frau mit Doktortitel und eigener Familie. Aber ist das ein Grund, zur Europawahl zu gehen? Dann müssten wir alle FDP wählen — Gott bewahre! Wohin uns der Wirtschaftsliberalismus gebracht hat, bezeugt die aktuelle Wirtschaftskrise.
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Warum sollten wir dann zur Wahl gehen? Wen kennen wir denn schon in Brüssel und Straßburg? José Manuel Durão Barroso, den Portugiesen und EU-Kommissions-Präser… Präses. Günni Verheugen vielleicht auch. Martin Schulz haben Sie möglicherweise auch schon mal in den Nachrichten bewundern dürfen.

Oder deswegen?
Aber Almunia, McCreevy, Benita Ferrero-Waldner? Oder gar Piebalgs oder Grybauskaite? Das sind alles Kommissare der EU, wenn auch keine Deutschen. Wenn wir die schon nicht richtig kennen, wieso sollten uns dann die Parlamentarier etwas sagen?
Wir hören immer, dass die EU-Verfassung da und dort durchgerasselt ist und viel auf dem Spiel steht. Kennen Sie die EU-Verfassung? Und wieso dürfen wir nicht darüber abstimmen?
Die Europäische Union expandiert mal hierhin, mal dorthin, dann wird wieder über eine Mitgliedschaft verhandelt mit diesem Land oder jenem, das Gezerre um die Türkei taucht immer mal wieder auf in den Medien, den Euro kennen wir inzwischen, auch wenn er sich nicht einer ungeteilten Liebe erfreuen kann. Aber warum sollten wir morgen zur Eurpopawahl gehen? Wo wir doch da eh so gut wie keinen kennen.
Es gibt einen, vielleicht auch zwei gewichtige Gründe, mal mehr als etwas weniger als die Hälfte der Republik an den Wahlurnen zu sehen: 70% aller Bestimmungen und Gesetze, die für uns Bundesbürger gelten, werden auf europäischer Ebene beschlossen. Und: Jede nicht abgegebene Stimme nützt im Zweifelsfall dem politischen Gegner. Vom Wahlrecht, dass Angela Merkel heute so herausgestellt hat, mal ganz abgesehen.
Dieser Aufruf ist ganz klar mit einer Forderung verbunden: Die EU und ihre Arbeit müssen transparenter, Beschlüsse besser kommuniziert werden.
Sie haben es getan: Simone hat JA gesagt, Ralf auch. Der tiefste Osten hat sich im Schloss Bergedorf mit dem tiefsten Westen durch den Bund der Ehe vereinigt. Meine Frau und ich haben es bezeugt. Die Amtsfrau belehrte dann noch kurz die Eheleute, dass sie mit ihrem JA einen rechtsgültigen Vertrag eingehen, sah dann jedoch von weiteren Ausführungen ab, als sie des Berufes der Braut gewahr wurde — Simone ist Links Rechtsanwältin. Beim Verlesen der Namen und der Adresse der Trauzeugen blickte sie kurz auf, sah uns an und bemerkte: “Haben Sie was miteinander?” (Damit ist ihr der Titel “Amtsfrau des Jahres” gewiss!)
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Das Fest war rauschend, wir speisten französisch, tranken sächsischen Schnaps und schwätzten, wie die ost-, nord- und westdeutschen Schnäbel gewachsen waren. Hemmnisse gab es nicht, Berührungsängste waren in Echtzeit dahin. Einzig die spätabendliche Partie “Trivial Pursuit” stellte uns nach der dritten Grünen Witwe (einer Mixtur aus Sekt, Orangensaft und Blue Curaçao) zuweilen vor schier unlösbare Aufgaben. (Dass zwischen den Witwen Erfrischendes aus Hopfen, Malz und Wasser gereicht wurde, machte die ganze Sache nicht leichter.)
Damit niemand sagen kann, er hätte in Hamburg nichts erlebt, gab es ein stimmiges Rahmenprogramm. Mit Hafenkraft ging es kräftig durch den Hafen, Schauerleute-Spiele inklusive (und das mit Anzug und Hochzeitskleid). Da musste nicht sich nur die Braut gelegentlich ihres Schuhwerks entledigen.
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Auf einem Binnenschiff ging es die Bille und die Dove Elbe entlang, unterzuckern musste niemand, schließlich wurde ein reichliches Brunch-Buffet offeriert. Die Vier- und Marschlande präsentierten sich von ihrer besten Seite. Wir folgten auf dem Schiff dem Motto “Anne Alster, anne Elbe, anne Bill’ / Doa kann jeden eenen moken, wat he will“. (Nur auf der Dove Elbe mussten wir uns zusammenreißen, die wird schließlich nicht erwähnt.)
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Binnenschiffer müssen ihr Schiff beherrschen, aber nicht unbedingt die deutsche Sprache. (“Ich mach’ Ihnen dann nachher wieder fest!”) Sei’s drum: Diese Hochzeit war wahrlich eine Hoch-Zeit — in jedweder Hinsicht.
















