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Wer sich mal ein (ge-)wichtiges Buch über das 21. Jahrhundert zulegen möchte, dabei Wert auf Qualität legt, über eine mangelnde Taschentauglichkeit jedoch hinwegsehen kann, dem sei der 1120 Seiten starke Bildband Century — One Hundred Years of Human Progress, Regression, Suffering and Hope dringend ans Herz gelegt.
Auf der Verlagsseite, der im Übrigen auch zu entnehmen ist, dass dieses Werk out of stock ist, kann ein Blick hinein geworfen werden. Chronologisch geordnet, werden keine Bereiche ausgespart — und zuweilen schmerzt es regelrecht, die Bilder anzusehen. Auf Seite 924 beispielsweise sieht man zwei Hände und Unterarme aus Staub und Steinen herausragen. Zu dem Bild aus dem Jahr 1986 folgender Text: An Iranian shattered by Iraqi artillery fire.
Oder ein Bild von 1943, zu finden auf Seite 421: Was darauf zu sehen ist, beschreibe ich jetzt nicht und verweise auf die Bildunterschrift: Perhaps the worst photograph of all. Somewhere (possibly the Ukraine or the Baltic States) conquered peoples join the Nazis at a mass execution.
Wirklich kein Bildband mit einer Rundum-Wohlfühl-Garantie. Aber eben auch kein hoffnungsloser Fall. Bilder von Lesley Hornby, die als Twiggy eine der Ikonen der “swinging 60s” in London wurde zum Beispiel, von kreischenden Beatles-Fans, aber auch zahlreichen weniger bekannten Menschen, die jedoch stets als Persönlichkeiten dargestellt sind, geben einen guten (fotografischen) Überblick über das vergangene Jahrhundert, wie es nun einmal war — der Titel ist da Programm.
Ein wichtiges, zugleich ansprechendes Buch, dessen Lagerung im Regal aber angesichts des Gewichts von 5.978 (in Worten: fünftausendneunhundertachtundsiebzig) Gramm zu einer Herausforderung werden kann. Was niemanden davon abhalten sollte, dieses Buch zu erwerben.















