Artikel-Schlagworte: „Komposition“

Ich bin in einer Dunkelkammer großgeworden. Zumindest fotografisch.

Der alte Herr ließ eine Canon A-1 springen (da fällt mir immer auf, was für ein alter Sack ich doch selbst inzwischen bin: Die A-1 fiel mir um 1980 in die Hände!). In der Schule hatte ich einen Kunstlehrer, der unglaublich gut die Grundzüge und Kunstgriffe der Fotografie vermitteln konnte. Mit ihm hockten wir im Fotolabor, wickelten Ilford FP-4- und Agfa Pan 400-Film von einer großen Rolle ab und bestückten die Fotodosen selbst. Belichtete Filme gingen nicht ins Labor: Entwickler ansetzen, die Entwicklungszeit abwarten und immer  im vorgegeben Rhythmus kippen, dann Fixierer rein, schließlich trocknen — das volle Dunkelkammer-Programm, einschließlich der Abzüge auf unterschiedlich Papier mit unterschiedlichen Gradationen.

Die Liebe zur Schwarz-Weiß-Fotografie hat sich bis heute gehalten. Seit einiger Zeit fotografiere ich auch digital in Monochrom. Dank des RAW-Modus kann ich die Farbversion immer noch abrufen, wenn mir danach ist.

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Warum ich SW so mag? Nun, diese Bilder lenken den Blick auf das Wesentliche, auf grafische Elemente, auf Kontraste. Der Inhalt dominiert, nicht ein Zuviel an Farben. Die Welt in Monochrom ist jedoch nicht einfach nur eine entfärbte — sie eröffnet ungeahnte Möglichkeiten, auch für Bilder, die ansonsten nicht berücksichtigt werden würden, weil sie zu bunt wären oder bei schlechtem Licht aufgenommen wurden. Farblich störende Elemente fallen nicht ins Gewicht. Monochrome Aufnahmen sind eine Reduktion auf die Aussage, auf Linien, geometrische Formen und Strukturen.

Manchmal können Tönungen wie Sepia einem Bild gut tun. Lassen Sie sich ruhig mal auf das Experiment ein! Ein wirklich gutes Bild wirkt auch in Black and White!

Hier mal eine Aufnahme, die an der B5 bei Lauenburg/Elbe entstanden ist. Die rein monochrome Variante

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sowie die sepiagetönte:

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Die Kamera scheint bei vielen Fotografen wie festgeklebt im Querformat (das Querformat ist die klassische Darstellung von Landschaftsbildern und bringt die Weite gut zur Geltung). Dabei verschenken wir aber viele Möglichkeiten: Hochformatige Motive wie Einzelblüten oder eine Rakete sind im Hochformat besser darstellbar. Schmale hohe und langgestreckte Bilder leben von der Beschneidung und der Reduktion auf das Wesentliche. Das Hochformat ist dynamisch und unterstreicht den Aufwärtsdrang, kann aber auch grazil wirken.
Aber auch schräge Bilder sind denkbar, um die Dynamik des Augenblicks einzufangen.
Generell gilt: Je größer das Motiv abgebildet ist, desto besser ist die Wirkung. Ist das Bild zu klein, geht die Wirkung unter. Das Format kann dem jeweiligen Motiv angepasst werden und ein Bild so verdichten.

Natürlich lassen sich im Nachhinein auch noch ungewöhnliche Formate realisieren, so etwa das Iso-Format (mit einem Seitenverhältnis von 1:1). In so einem quadratischen Bild fehlt oft die Spannung, es wirkt eher ruhig, unaufdringlich und ebenmäßig und ist daher vor allem für Motive mit solchen Eigenschaften geeignet. Plant man so etwas, muss man quadratisch denken, auf eine strenge Raumaufteilung achten und Beschneidungen einkalkulieren.

Limitierungen sind der Beginn von Freiheit

Ich drohte es mal an, dieses Thema: Warum sind Limitierungen reizvoll?

Ich habe da seit Jahren so eine Idee von Freiheit, die mit Limitierungen allgemeiner Art zu tun hat. In gewisser Form bestimmt sie auch meine Arbeit in der Berufsschule.

Grenzen sind der Anfang der Freiheit.

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Vogel statt Frosch — Bilder von oben

Fotos wie auf einer Modelleisenbahn: Von oben eröffnen sich neue Perspektiven. Nun ist es leichter, zum Frosch zu werden als zum Vogel, aber wenn wir im Flugzeug sitzen, bieten sich Fotos geradezu an. Ansonsten funktioniert das auch von Brücken, Bergen, Hochhäusern u.ä. hinunter. Dabei sollte ein Detail verdeutlichen, von wo das Bild entstanden ist: Brückenpfeiler, Hausfronten oder eine Tragfläche. Im Gebirge bieten sich Hütten, Felsformationen oder Bäume in der Nähe an.

Die Tiefe des Raums

Wo das Hauptmotiv letztendlich sich befindet, ist eigentlich egal, solange der Betrachter hingeführt wird. Ja, es kann sogar im Hintergrund stehen. Gerade mit einem Weitwinkelobjektiv kann man da allerhand machen: Der Betrachter wird in das Bild hineingesogen, wenn Häuserfronten sich kafkaesk nach hinten verengen oder eine Straße sich schienbar im Hintergund auflöst, weil die Straßenränder einem weit entfernten Punkt zustreben. Bei Motiven, welche die gleiche Größe haben, funktioniert das mit der räumlichen Tiefe auch ganz hervorragend: Eine Reihe parkender Autos zum Beispiel, die schräg hintereinander im Bild positioniert werden, erzeugt räumliche Tiefe, weil sie immer kleiner zu werden scheinen.

Weiter entfernte Objekte sind weniger gut zu erkennen und damit weniger detailreich. Auch dieser Effekt gibt einem Bild räumliche Tiefe.

FroschPerspektive

Warum die Froschperspektive nun genau so heißt und nicht etwa Waldmausperspektive, entzieht sich meiner Kenntnis. Viele Tiere hätten sich gut als Namensgeber angeboten, und das Amphibium hat halt das Rennen gemacht.

Bei der Froschperspektive wird das Motiv von unten her aufgenommen und wirkt um einiges mächtiger und größer, vor allem dann, wenn mit einer kleinen Brennweite (Weitwinkel) und aus großer Nähe fotografiert wird. Der Aha-Effekt beim Betrachter ist umso größer, je kleiner das Motiv in Wirklichkeit ist. Aber auch für die Tier- und Kinderfotografie bietet sich diese ungewöhnliche Perspektive an.

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Bildgestaltung: Wechsel der Perspektive

Stichworte:

  • Aufnahmestandpunkt
  • Perspektive

In diesem Artikell, der ein neues Zuhause bekommen hat, geht es um Perspektiven, den Wechsel derselben, und wie sie die Realität immer mal anders auf Bildern zeigen können.

Bildgestaltung: Goldener Schnitt, Linien und graphische Elemente

Neues Zuhause dieses Artikels: http://freshpack.wordpress.com/2009/09/10/ansichtssache-grundlagen-der-bildgestaltung-und-der-goldene-schnitt/

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