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	<title>geBILDet &#187; Dummheit</title>
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	<description>Kunstgriffs Augenblicke. Fotos, WordPress und Zitate</description>
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		<title>Schlachtefest &#8212; was bleibt, ist die Ersch&#252;tterung</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Apr 2009 09:37:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kunstgriff</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tutorial]]></category>
		<category><![CDATA[andere Mätzchen]]></category>
		<category><![CDATA[Dummheit]]></category>
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		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Walschlachten vor den F&#228;r&#246;er-Inseln, die Umweltethik und die Frage nach der Rolle des Menschen im Gesamtgef&#252;ge des Planeten. Warum lernen wir nicht aus unseren Fehlern?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.klemmchen.de/wp/wp-content/uploads/2009/04/walmorden-faeroeer.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-2081" title="Walmord auf den F&#228;r&#246;er-Inseln | Quelle: http://www.openpr.de/news/149380/Wal-und-Delfinschutzaktivisten-planen-gemeinsame-Aktionen-Ex-Greenpeace-Mitbegruender-Paul-Watson-im-WDSF.html" src="http://www.klemmchen.de/wp/wp-content/uploads/2009/04/walmorden-faeroeer-150x106.jpg" alt="Walmord auf den F&#228;r&#246;er-Inseln | Quelle: http://www.openpr.de/news/149380/Wal-und-Delfinschutzaktivisten-planen-gemeinsame-Aktionen-Ex-Greenpeace-Mitbegruender-Paul-Watson-im-WDSF.html" width="150" height="106" /></a> Neulich erst schrieb ich einen Artikel &#252;ber <a class="icon" href="http://www.klemmchen.de/wp/2009/04/20/ethik-vs-religion-berlin-hat-die-wahl-achter-die-ellenlange-diskusion/">Ethik</a>. Was vor den <a class="icon" href="http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%A4r%C3%B6er">Far&#246;er-Inseln</a>, einer unabh&#228;ngigen Nation innerhalb des K&#246;nigreichs D&#228;nemark, passiert, l&#228;sst sich mit Worten nicht beschreiben, mit dem Verstand nicht fassen. Und es zeigt, was dem Menschen als schlimmsten aller Tiere einf&#228;llt.</p>
<p><a href="http://current.com/items/89538541_stop-the-atrocity.htm">&#8220;Stop the Atrocitiy&#8221;</a> &#8212; Stoppt die Grausamkeit. <a class="icon" href="http://weblog.joerg-leichtfried.at/?p=634">J&#246;rg Leichtfried aus der sozialdemokratischen Fraktion im Europ&#228;ischen Parlament hat eine Anfrage an die Kommission gestartet</a>:</p>
<blockquote><p>Seit Jahren werden im EU-Land D&#228;nemark Pilotwale, Schnabelwale sowie Delfine auf sch&#228;ndlichste Weise gequ&#228;lt und get&#246;tet. Dies geschieht vor allem auf den F&#228;r&#246;er-Inseln, unter dem Deckmantel einer Wikinger-Tradition. Oft werden hunderte Exemplare in eine Bucht gelockt und bei lebendigem Leibe aufgeschlitzt, sodass sie langsam verbluten. Damit werden ganze Familien umgebracht, was auch den Genpool dieser Arten massiv gef&#228;hrdet.<br />
Die F&#228;r&#246;er-Inseln geh&#246;ren zum K&#246;nigreich D&#228;nemark und werden von diesem subventioniert, anstatt dem Massaker Einhalt zu gebieten. Obwohl die Inselbewohner D&#228;nen sind und unter d&#228;nischer Flagge leben, verweist D&#228;nemark auf die Selbstverwaltung und kulturelle Eigenst&#228;ndigkeit der Inseln. Es handle sich nicht um ein EU-Land und es sei daher nicht als solches zu behandeln!</p></blockquote>
<p>G&#228;nzlich unbekannt scheint demnach die Problematik nicht zu sein. Die Antwort vom 3.3.2009, ebenfalls in seinem Blog zu finden, f&#228;llt leider nicht so aus, wie man es sich w&#252;nschen w&#252;rde:</p>
<blockquote><p>Die Jagd auf Pilotwale ist von der IWC jedoch leider nicht geregelt, da es bis heute noch keine Einigung &#252;ber die Zust&#228;ndigkeit der <a class="icon" href="http://www.kindernetz.de/infonetz/gewusst/walfangkommission/-/id=16024/nid=16024/did=76358/kecvw5/index.html">IWC</a> f&#252;r Kleinwale gibt. Angesichts der derzeitigen Diskussionen &#252;ber die Zukunft der IWC hofft die Kommission jedoch, dass die EU und andere Parteien der IWC k&#252;nftig auch die Problematik bei Kleinwalen werden ansprechen k&#246;nnen.</p></blockquote>
<p>Steigt man in die Problematik ein, finden sich einige Seiten im Netz, die sich mit damit besch&#228;ftigen. Zwei Seiten m&#246;chte ich stellvertretend erw&#228;hnen: <a class="icon" href="http://www.openpr.de/news/149380/Wal-und-Delfinschutzaktivisten-planen-gemeinsame-Aktionen-Ex-Greenpeace-Mitbegruender-Paul-Watson-im-WDSF.html">OpenPr</a> (von dort stammt auch das Bild oben) berichtet, dass Paul Watson, der Greenpeace einst mitbegr&#252;ndet hat, in diesem Jahr mit nderen Aktivisten Aktionen gegen das Walschlachten plant. Auf der Seite &#8220;Meeresakrobaten&#8221; werden auch weitere Links zum Thema angeboten. Der letzte Link in der Liste funktioniert so nicht, aber <a class="icon" href="http://polarblog.de/2007/01/23/grindwaljagd-faeroer/">hier kommt man zum Artikel &#8220;Grindwaljagd auf den F&#228;r&#246;er Inseln &#8211; Zwischen Barbarei und Tradition&#8221;</a> auf Polarblog.de.<br />
Und: <del datetime="2009-04-26T07:18:19+00:00">M&#246;glicherweise</del> bestimmt bringt es nicht allzu viel, wenn man eine Protestnote an den Ministerpr&#228;sideanten der F&#228;r&#246;er richtet, aber immerhin findet so die berechtigte Wut den richtigen Kanal:<br />
Die Email von Jóannes Eidesgaard, den Ministerpr&#228;sidenten der F&#228;r&#246;er Inseln: info@tinganes.fo.</p>
<p><strong>Warum werden dort eigentlich massenhaft Kleinwale und Delfine* in Volksfeststimmung im Beisein und unter Beteiligung von Kindern abeschlachtet?</strong></p>
<p>Aus einer Wikinger-Tradition heraus werden noch heute Wale abgeschlachtet, obschon das keine notwendige Nahrungsquelle mehr darstellt. Im kulturellen Bewusstsein der F&#228;ringer fehlt eine Ethik, die das Abschlachten der Wale &#228;chtet. Tradition geht vor, Kindern wird das so vorgelebt. Der Fang wird dann unter allen aufgeteilt, um den Zusammenhalt und die F&#228;ringer Identit&#228;t zu st&#228;rken**.</p>
<p>Einige Kulturen haben im Zuge der sicheren Versorgung mit Nahrungsmitteln und des gesellschaftlichen Wandels Traditionen aufgegeben, hier aber leben sie weiter, werden gehegt und gepflegt. Allerdings machen sich einige schon Sorgen um das Image der Inselgruppe. F&#252;r die Augen der &#252;brigen Welt wirkt das nur barbarisch, aber wie so oft im Leben unterliegen ethische Bewertungen dem Auge des Betrachters. Auch Walfangnationen wie <a class="icon" href="http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Wale/Walfang/Japan/japan.html">Japan</a> oder <a class="icon" href="http://www.prowildlife.de/de/Projekte/Wale/Walfang/Norwegen/norwegen.html">Norwegen</a> empfinden ihr Tun nicht als Verbrechen an der Natur und finden immer wieder Ausfl&#252;chte zwischen Tradition und Wissenschaft.</p>
<p>In den Kommentaren das Artikels &#8220;Stop the Atrocity&#8221; finden sich Beitr&#228;ge wie:</p>
<blockquote><p>You caint call people who do this animals because animals are not cruel like humans. Humans are at the bottom of the chain of living creatures and all life entities. <small>[Ragan]</small></p></blockquote>
<blockquote><p>I&#8217;m about to cry. <small>[Cuddlebones]</small></p></blockquote>
<blockquote><p>This is awful, heart breaking and so unethical. [...] We have a serious problem on this planet with our ethics, treatment and perspective around animals. From factory farming practices to the whale, dolphin and seal slaughters around the world &#8212; it is all wrong.<br />
Where are our ethics? Where is the humane treatment? How can we expect to create a better world for people when we don&#8217;t treat other life with any respect? <small>[Jefftego]</small></p></blockquote>
<p>Was bleibt, ist ungl&#228;ubiges Kopfsch&#252;tteln und Fassungslosigkeit angesichts solcher Praktiken. Und die Frage nach einer umgesetzten, gelebten Umweltethik. Reissen L&#246;wen in Afrika Rinder und Ziegen von St&#228;mmen, die immer weiter ins Revier der Gro&#223;katzen vordringen, werden sie als Gefahr bek&#228;mpft. &#220;bergriffe von W&#246;lfen oder B&#228;ren beispielsweise, deren Lebensr&#228;ume durch die expandierende Menschheit ebenfalls immer weiter eingeschr&#228;nkt werden, f&#252;hren zu Diskussionen &#252;ber Abschussgenehmigungen. Solche Tiere sind dann eben &#8220;Problemb&#228;ren&#8221; oder &#8220;Problemw&#246;lfe&#8221;. Wir neigen dazu, uns die Welt so zu gestalten, wie es uns genehm ist. Selbsternannt bezeichnen wir uns als Kr&#246;nung der Sch&#246;pfung. Kein Tier, das diesen Namen verdient, t&#246;tet zum Spa&#223; oder zur pers&#246;nlichen Erbauung. Wir aber glauben, wie die Axt im Walde vorgehen zu d&#252;rfen.</p>
<p>Der Planet w&#228;re im Gleichgewicht, wenn es uns mit dieser Einstellung nicht g&#228;be. Das Aussterben einer Tier- oder Pflanzenart bedeutet nicht nur, dass es eine Spezies weniger gibt, die Sauerstoff respektive Kohlendioxid verstoffwechselt. Arten haben ihren Platz in einem Gef&#252;ge, das viel umfangreicher und komplexer ist. Das Sterben der einen f&#252;hrt zum mindestens drohenden Sterben anderer Arten, weil Nahrungsketten unterbrochen werden. Arten haben &#252;ber sich selbst hinaus eine Bedeutung f&#252;r Kreisl&#228;ufe.</p>
<p>Wie genau sieht unser Beitrag dazu aus? Was w&#252;rde sich &#228;ndern, wenn wir von heute auf morgen nicht mehr hier w&#228;ren? Diese Frage m&#246;ge sich jeder selbst stellen&#8230; aber das Spektrum m&#246;glicher Antworten kann aus einem Pool einer nahezu leeren Menge sch&#246;pfen.</p>
<p>Jemand hat mal behauptet, Humanoide seien die Kr&#246;nung der Sch&#246;pfung, weil unser Denkorgan am weitesten entwickelt ist. Den fortgeschrittenen Entwicklungsstand unseres Gehirns k&#246;nnen wir nicht wegdiskutieren. Alleine deshalb dr&#228;ngt sich die Frage auf, warum wir es dann nicht einschalten und benutzen.</p>
<p>Letztlich ist es ja so: Im Rahmen der Evolution m&#252;ssen Arten gehen, daf&#252;r kommen auch wieder neue hinzu. Der Evolution ist es egal, wer auf diesem Planeten Kohlendioxid verstoffwechselt oder Sauerstoff verbraucht &#8212; Hauptsache, alles ist in einem Gleichgewicht. Aber nur wir, die ach so &#252;ber allem anderen Leben stehenden Humanoiden, s&#228;gen den Ast ab, auf dem wir alle sitzen. Mit wachsender Begeisterung und sehenden Auges.</p>
<p>Keine andere Lebensform k&#228;me auf die Idee, die lebenswichtige Umgebung so zu ver&#228;ndern, dass sie nicht mehr diesen Zweck erf&#252;llen kann. Das ist dumm, das ist borniert, das ist ignorant und selbstzerst&#246;rerisch. Aber wer au&#223;er uns denkt auch in Kategorien wie &#8220;Gewinnmaximierung&#8221; oder &#8220;Renditesteigerung&#8221;?</p>
<p>Diese Cree-Weisheit ist alt, oft zitiert, fast schon abgenutzt &#8212; aber sie ist verdammt wahr, nach wie vor:</p>
<blockquote><p>Erst wenn der letzte Baum gerodet,<br />
der letzte Fluss vergiftet,<br />
der letzte Fisch gefangen ist,<br />
werdet ihr feststellen,<br />
dass man Geld nicht essen kann!</p></blockquote>
<p><strong>Erg&#228;nzung:</strong><br />
Soeben ist ein neuer Kommentar hinzugekommen. Der Autor wirft dem Artikel einen Bias vor, eine Befangenheit hinsichtlich der Ziele, wohl in Unkennntnis der Traditionen der F&#228;r&#246;er-Inseln. Er argumentiert, dass jeder das T&#246;ten der Wale von jedem beobachtet, festgehalten und diskutiert werden. Dort steht:</p>
<blockquote><p>Being humans, i would suspect that by killing animals in this way gives the individuals involved a sense of profound mortality with an awe and reverence for nature that you are probably incapable of imagining.</p></blockquote>
<p>Und weiter:</p>
<blockquote><p>I think they&#8217;re disgusting for doing this, but on the other hand, i recognize that I am not one to judge. For once, these people are not living in the same prepackaged, sterile world as you, and a glimpse of that scares you so much because you realize how awfully empty, meaningless, and mundane your life in this experience-devoid society we live in really is. Tap those fucking keyboards in misdirected anger now, you tedious, stumbling hypocrites.</p></blockquote>
<p>Dazu m&#246;ge sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Kriege, T&#246;ten in staatlichem Auftrag &#8212; auch hier gibt es Traditionen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Reflexion, die Bewertung vor einem ethischen Hintergrund. Und vor diesem Hintergrund wird das Massaker an den Kleinwalen nicht besser. Ist es wirklich nicht an uns, solche Praktiken bewerten zu k&#246;nnen, nur weil wir in einem anderen Umfeld leben? Mit Verlaub, mit solchen Argumenten k&#246;nnten wir auch dem <a class="icon" href="http://www.stern.de/politik/ausland/:Sudan-Ethnische-S%E4uberungen-Dafur/523841.html?id=523841">Treiben im Sudan</a> tatenlos zusehen.</p>
<p>Und im Kommentar steht:</p>
<blockquote><p>And yet, with your haughty, privileged supposedly civilized values, you see red tides in some tiny little foreign island where a bunch of locals who have never done anything to you engage in a tradition (and you have no idea how willingly they engage in this either, btw; it could be that kids who don&#8217;t are ostracized by their communities and peers) that bares far more organicity to it than any profiteer driven animal slaughters, and it tugs your naive heart strings.</p></blockquote>
<p>Profitgetriebene Tierschlachterei &#8212; auch das ist kein duldbarer Zustand, Zust&#228;nde beim Transport der Tiere und die Massentierhaltung unter Einsatz von chemischen Keulen sind ebenso verdammungsw&#252;rdig. (Deshalb essen wir selten Fleisch, und wenn, dann stammt es vom Bauern um die Ecke, den wir in Allerm&#246;he als l&#228;ndlichem Teil Hamburgs gl&#252;cklicherweise in mehrfacher Ausf&#252;hrung haben.)</p>
<p><small>* Ich wei&#223;, Delfine stellen mit 40 Arten die gr&#246;&#223;te Gruppe unter den Walen.</small></p>
<p>** Zu allem &#220;berfluss sind die Meeress&#228;uger nicht mehr zum Verzehr geeignet &#8212; ihre <a class="icon" href="http://umweltinstitut.org/lebensmittel/pestizidruckstande-in-lebensmitteln/hormonell-wirkende-chemikalien-159.html">Belastung mit Schadstoffen</a> ist zu hoch. Tradition hin oder her &#8212; die Tatsache, dass die Tiere nicht einmal im Sinne der Tradition, die der Jagd zugrunde liegt, verwertet werden k&#246;nnen, macht die Sache nicht besser.</p>
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