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Neulich erst schrieb ich einen Artikel über Ethik. Was vor den Faröer-Inseln, einer unabhängigen Nation innerhalb des Königreichs Dänemark, passiert, lässt sich mit Worten nicht beschreiben, mit dem Verstand nicht fassen. Und es zeigt, was dem Menschen als schlimmsten aller Tiere einfällt.
“Stop the Atrocitiy” — Stoppt die Grausamkeit. Jörg Leichtfried aus der sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament hat eine Anfrage an die Kommission gestartet:
Seit Jahren werden im EU-Land Dänemark Pilotwale, Schnabelwale sowie Delfine auf schändlichste Weise gequält und getötet. Dies geschieht vor allem auf den Färöer-Inseln, unter dem Deckmantel einer Wikinger-Tradition. Oft werden hunderte Exemplare in eine Bucht gelockt und bei lebendigem Leibe aufgeschlitzt, sodass sie langsam verbluten. Damit werden ganze Familien umgebracht, was auch den Genpool dieser Arten massiv gefährdet.
Die Färöer-Inseln gehören zum Königreich Dänemark und werden von diesem subventioniert, anstatt dem Massaker Einhalt zu gebieten. Obwohl die Inselbewohner Dänen sind und unter dänischer Flagge leben, verweist Dänemark auf die Selbstverwaltung und kulturelle Eigenständigkeit der Inseln. Es handle sich nicht um ein EU-Land und es sei daher nicht als solches zu behandeln!
Gänzlich unbekannt scheint demnach die Problematik nicht zu sein. Die Antwort vom 3.3.2009, ebenfalls in seinem Blog zu finden, fällt leider nicht so aus, wie man es sich wünschen würde:
Die Jagd auf Pilotwale ist von der IWC jedoch leider nicht geregelt, da es bis heute noch keine Einigung über die Zuständigkeit der IWC für Kleinwale gibt. Angesichts der derzeitigen Diskussionen über die Zukunft der IWC hofft die Kommission jedoch, dass die EU und andere Parteien der IWC künftig auch die Problematik bei Kleinwalen werden ansprechen können.
Steigt man in die Problematik ein, finden sich einige Seiten im Netz, die sich mit damit beschäftigen. Zwei Seiten möchte ich stellvertretend erwähnen: OpenPr (von dort stammt auch das Bild oben) berichtet, dass Paul Watson, der Greenpeace einst mitbegründet hat, in diesem Jahr mit nderen Aktivisten Aktionen gegen das Walschlachten plant. Auf der Seite “Meeresakrobaten” werden auch weitere Links zum Thema angeboten. Der letzte Link in der Liste funktioniert so nicht, aber hier kommt man zum Artikel “Grindwaljagd auf den Färöer Inseln – Zwischen Barbarei und Tradition” auf Polarblog.de.
Und: Möglicherweise bestimmt bringt es nicht allzu viel, wenn man eine Protestnote an den Ministerpräsideanten der Färöer richtet, aber immerhin findet so die berechtigte Wut den richtigen Kanal:
Die Email von Jóannes Eidesgaard, den Ministerpräsidenten der Färöer Inseln: info@tinganes.fo.
Warum werden dort eigentlich massenhaft Kleinwale und Delfine* in Volksfeststimmung im Beisein und unter Beteiligung von Kindern abeschlachtet?
Aus einer Wikinger-Tradition heraus werden noch heute Wale abgeschlachtet, obschon das keine notwendige Nahrungsquelle mehr darstellt. Im kulturellen Bewusstsein der Färinger fehlt eine Ethik, die das Abschlachten der Wale ächtet. Tradition geht vor, Kindern wird das so vorgelebt. Der Fang wird dann unter allen aufgeteilt, um den Zusammenhalt und die Färinger Identität zu stärken**.
Einige Kulturen haben im Zuge der sicheren Versorgung mit Nahrungsmitteln und des gesellschaftlichen Wandels Traditionen aufgegeben, hier aber leben sie weiter, werden gehegt und gepflegt. Allerdings machen sich einige schon Sorgen um das Image der Inselgruppe. Für die Augen der übrigen Welt wirkt das nur barbarisch, aber wie so oft im Leben unterliegen ethische Bewertungen dem Auge des Betrachters. Auch Walfangnationen wie Japan oder Norwegen empfinden ihr Tun nicht als Verbrechen an der Natur und finden immer wieder Ausflüchte zwischen Tradition und Wissenschaft.
In den Kommentaren das Artikels “Stop the Atrocity” finden sich Beiträge wie:
You caint call people who do this animals because animals are not cruel like humans. Humans are at the bottom of the chain of living creatures and all life entities. [Ragan]
I’m about to cry. [Cuddlebones]
This is awful, heart breaking and so unethical. [...] We have a serious problem on this planet with our ethics, treatment and perspective around animals. From factory farming practices to the whale, dolphin and seal slaughters around the world — it is all wrong.
Where are our ethics? Where is the humane treatment? How can we expect to create a better world for people when we don’t treat other life with any respect? [Jefftego]
Was bleibt, ist ungläubiges Kopfschütteln und Fassungslosigkeit angesichts solcher Praktiken. Und die Frage nach einer umgesetzten, gelebten Umweltethik. Reissen Löwen in Afrika Rinder und Ziegen von Stämmen, die immer weiter ins Revier der Großkatzen vordringen, werden sie als Gefahr bekämpft. Übergriffe von Wölfen oder Bären beispielsweise, deren Lebensräume durch die expandierende Menschheit ebenfalls immer weiter eingeschränkt werden, führen zu Diskussionen über Abschussgenehmigungen. Solche Tiere sind dann eben “Problembären” oder “Problemwölfe”. Wir neigen dazu, uns die Welt so zu gestalten, wie es uns genehm ist. Selbsternannt bezeichnen wir uns als Krönung der Schöpfung. Kein Tier, das diesen Namen verdient, tötet zum Spaß oder zur persönlichen Erbauung. Wir aber glauben, wie die Axt im Walde vorgehen zu dürfen.
Der Planet wäre im Gleichgewicht, wenn es uns mit dieser Einstellung nicht gäbe. Das Aussterben einer Tier- oder Pflanzenart bedeutet nicht nur, dass es eine Spezies weniger gibt, die Sauerstoff respektive Kohlendioxid verstoffwechselt. Arten haben ihren Platz in einem Gefüge, das viel umfangreicher und komplexer ist. Das Sterben der einen führt zum mindestens drohenden Sterben anderer Arten, weil Nahrungsketten unterbrochen werden. Arten haben über sich selbst hinaus eine Bedeutung für Kreisläufe.
Wie genau sieht unser Beitrag dazu aus? Was würde sich ändern, wenn wir von heute auf morgen nicht mehr hier wären? Diese Frage möge sich jeder selbst stellen… aber das Spektrum möglicher Antworten kann aus einem Pool einer nahezu leeren Menge schöpfen.
Jemand hat mal behauptet, Humanoide seien die Krönung der Schöpfung, weil unser Denkorgan am weitesten entwickelt ist. Den fortgeschrittenen Entwicklungsstand unseres Gehirns können wir nicht wegdiskutieren. Alleine deshalb drängt sich die Frage auf, warum wir es dann nicht einschalten und benutzen.
Letztlich ist es ja so: Im Rahmen der Evolution müssen Arten gehen, dafür kommen auch wieder neue hinzu. Der Evolution ist es egal, wer auf diesem Planeten Kohlendioxid verstoffwechselt oder Sauerstoff verbraucht — Hauptsache, alles ist in einem Gleichgewicht. Aber nur wir, die ach so über allem anderen Leben stehenden Humanoiden, sägen den Ast ab, auf dem wir alle sitzen. Mit wachsender Begeisterung und sehenden Auges.
Keine andere Lebensform käme auf die Idee, die lebenswichtige Umgebung so zu verändern, dass sie nicht mehr diesen Zweck erfüllen kann. Das ist dumm, das ist borniert, das ist ignorant und selbstzerstörerisch. Aber wer außer uns denkt auch in Kategorien wie “Gewinnmaximierung” oder “Renditesteigerung”?
Diese Cree-Weisheit ist alt, oft zitiert, fast schon abgenutzt — aber sie ist verdammt wahr, nach wie vor:
Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist,
werdet ihr feststellen,
dass man Geld nicht essen kann!
Ergänzung:
Soeben ist ein neuer Kommentar hinzugekommen. Der Autor wirft dem Artikel einen Bias vor, eine Befangenheit hinsichtlich der Ziele, wohl in Unkennntnis der Traditionen der Färöer-Inseln. Er argumentiert, dass jeder das Töten der Wale von jedem beobachtet, festgehalten und diskutiert werden. Dort steht:
Being humans, i would suspect that by killing animals in this way gives the individuals involved a sense of profound mortality with an awe and reverence for nature that you are probably incapable of imagining.
Und weiter:
I think they’re disgusting for doing this, but on the other hand, i recognize that I am not one to judge. For once, these people are not living in the same prepackaged, sterile world as you, and a glimpse of that scares you so much because you realize how awfully empty, meaningless, and mundane your life in this experience-devoid society we live in really is. Tap those fucking keyboards in misdirected anger now, you tedious, stumbling hypocrites.
Dazu möge sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Kriege, Töten in staatlichem Auftrag — auch hier gibt es Traditionen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Reflexion, die Bewertung vor einem ethischen Hintergrund. Und vor diesem Hintergrund wird das Massaker an den Kleinwalen nicht besser. Ist es wirklich nicht an uns, solche Praktiken bewerten zu können, nur weil wir in einem anderen Umfeld leben? Mit Verlaub, mit solchen Argumenten könnten wir auch dem Treiben im Sudan tatenlos zusehen.
Und im Kommentar steht:
And yet, with your haughty, privileged supposedly civilized values, you see red tides in some tiny little foreign island where a bunch of locals who have never done anything to you engage in a tradition (and you have no idea how willingly they engage in this either, btw; it could be that kids who don’t are ostracized by their communities and peers) that bares far more organicity to it than any profiteer driven animal slaughters, and it tugs your naive heart strings.
Profitgetriebene Tierschlachterei — auch das ist kein duldbarer Zustand, Zustände beim Transport der Tiere und die Massentierhaltung unter Einsatz von chemischen Keulen sind ebenso verdammungswürdig. (Deshalb essen wir selten Fleisch, und wenn, dann stammt es vom Bauern um die Ecke, den wir in Allermöhe als ländlichem Teil Hamburgs glücklicherweise in mehrfacher Ausführung haben.)
* Ich weiß, Delfine stellen mit 40 Arten die größte Gruppe unter den Walen.
** Zu allem Überfluss sind die Meeressäuger nicht mehr zum Verzehr geeignet — ihre Belastung mit Schadstoffen ist zu hoch. Tradition hin oder her — die Tatsache, dass die Tiere nicht einmal im Sinne der Tradition, die der Jagd zugrunde liegt, verwertet werden können, macht die Sache nicht besser.
Berlin steht vor einer richtungsweisenden Wahl: Bisher gibt es Ethik als Pflichtfach (Chapeaux dafür!), daneben Religion als freiwillig wählbares Angebot. Eine Initiative “Pro Reli” möchte das ändern; geht es nach ihr, soll zukünftig Ethik oder Religion auf dem Stundenplan stehen.
Herrschaftszeiten, kaum hat ein Bundesland mal etwas eingeführt, das Sinn ergibt*, da wird schon wieder daran gerüttelt. Ich kaue das jetzt hier nicht alles wider, sondern verweise auf den mit zahlreichen Quellen versehenen Artikel von Achter. Dort hat sich auch eine rege Diskussion im Kommentarbereich ergeben, an der ich nicht gänzlich unbeteiligt war. “Wir sind alle keine Berliner“, aber das Interesse an so einer Entscheidung ist offenkundig länderübergreifend.
Was aber ist eigentlich Ethik?
Der Begriff stammt aus dem Altgriechischen: „das sittliche (Verständnis)“, „gewohnter Sitz; Gewohnheit, Sitte, Brauch; Charakter, Sinnesart“ [Quelle: Wiki].
Ethik gehört zum philosophischen Bereich. Hauptsächlich geht es um Moral. Aber nein, wenn ein Fußball-Lehrer mal wieder betont, die Mannschaft habe Moral gezeigt, dann muss sie nicht gleichzeitig ehtisch einwandfrei daher kommen. Und doch gibt es eine Parallele zum Fußball: Ethik findet auf dem Platz statt: Die praktische Umsetzung von Philosophie in Form von Rechts-, Staats-, Sozialphilosophie — wie handeln wir? Welche Konsequenzen hat unser Tun? (Die Theoretiker der klassischen Philosophie hingegen befassen sich mit der Meta-Ebene, also der Ebene dahinter, quasi eine Art Blick hinter die Kulissen: Erkenntnis, Logik, Metaphysik.)
Vor einigen Jahren war ich an einer Studie der Universität Hamburg, Fachbereich Gesundheit, beteiligt. Nach der empirischen Datenerhebung und der Auswertung wurde unsere Gruppe nach Berlin eingeladen (“Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin” — nein, diese Parallelen!), um der Enquête**-Kommission “Ethik und Recht der modernen Medizin” des Deutschen Bundestages unsere Ergebnisse zu präsentieren und Rede und Antwort zu stehen. Warum das hier Erwähnung findet, mögen Sie sich vielleicht fragen. Nun, wie man dem Namen der Kommission schon entnehmen kann, liegen rechtliche und ethische Fragen nahe beieinander. Idealerweise ist der Beschluss eines Gesetzes ohne Berücksichtigung ethischer Grundlagen nicht möglich. Das Parlament als Legislative muss sich demnach auch mit solchen Fragestellungen herumschlagen befassen.
Ethik stellt menschliches Handeln auf den Prüfstand, untersucht, inwiefern Traditionen, Gebräuche und Sitten einer normativen Beurteilung standhalten, und wie die Erkenntnisse, die gewonnen wurden, praktisch (also auf dem Platz) umgesetzt werden können. Vernunftgeleitet soll ein auf Werte und Normen*** gegründetes Miteinander in einer Gesellschaft ermöglicht werden. Was ist gut, was schlecht? Welche Folgen hat das, was ich tue? So etwas setzt Reflexion des Handelns voraus. Somit verwundert es nicht, dass es neben Individual-, Friedens- und Sozialethik auch eine Umweltethik gibt. (George W. Bush hätte das mit einem jovilalen “No way, you are wastin’ my time” als hanebüchenen Unsinn abgetan; mich würde ernsthaft überraschen, wenn er das Wort “ethics” überhaupt kennen würde — ich erinnere nur an Waterboarding, Guantanamo und den Versuch, in den Nationalparks Alaskas nach Öl boren zu wollen.)
Ethik ist jedoch keine eierlegende Wollmilchsau. Sie kann Denkanstöße geben, die Basis für weitere Überlegungen schaffen, Hilfestellungen für komplexe Zusammenhänge und Prinzipien anbieten — die Umsetzung aber muss im konkreten Einzelfall stattfinden. (Die Fachfrau spricht auch von deduktiver Herangehensweise.) Allerdings kann im Ethikunterricht auch der induktive Weg eingeschlagen werden: Von einem konkreten Problem ausgehend, kann versucht werden, daraus allgemeine Verhaltensvorschläge abzuleiten. (Das birgt allerdings mögliche Fehlerquellen in sich, aber das steht auf einem anderen Blatt.)
Je besser jemand vorbereitet und geschult ist, desto besser ist das Urteilsvermögen, wenn es gilt, allgemeine (ethische) Prinzipien auf wechselnde, neue Situationen anzuwenden und zu einer Handlungsmöglichkeit zu kommen. Um entsprechend reagieren zu können, müssen sowohl das Urteilsvermögen als auch der allgemeine ethische Hintergrund geschult werden.
Das alles ist erreichbar, ohne die einzelnen Konfessionen zu berücksichtigen. Muslime und Juden, Christen und Atheisten können gleichermaßen von Ethik profitieren. Also doch eine Art eierlegende Wollmilchsau, diese Ethik? Zumindest eher als die Religion. Nicht alles, was in den heiligen Schriften steht, muss zwangsläufig via Vernunft und Reflexion nachvollziehbar sein. Schließlich lassen sich im Namen der Religionen ganz vorzüglich Kriege führen. Ethisch betrachtet, ist Krieg weniger als die Ultima ratio. Interessenkonflikte auf andere Art zu lösen, ist in jedem Fall der bessere, weil vernünftigere und mit weniger Kollateralschäden behaftete Weg.
Aber, liebe Berliner, entscheidet doch so, wie Ihr das für richtig erachtet. Irgendwie baue ich aber auf den multikulturellen Schmelztiegel Berlin. Denkt humanistisch, dann wird das schon werden. Und, um noch mal auf den Fußball zurückzukommen: Die Hertha hat heute die Negativserie beendet und Werder Bremen mit 2:1 besiegt. Wenn es dann am Ende auch 2:1 für die Ethik steht…
Ich weiß, ich bin kein Berliner. (Obschon ich mehrfach in Versuchung stand, einer zu werden, hat Hamburg immer wieder gepunktet in den entscheidenden Augenblicken.)
Ach, eines noch: Eigentlich könnten wir den Ethikunterricht gleich ganz schließen. Jeder Schüler bekommt im Gegenzug ein Blatt in die Hand, auf welchem der Kategorische Imperativ Immanuel Kants geschrieben steht:
“Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.”
Danke, das war’s, das Fach Ethik ist hiermit geschlossen. Die wichtigste Leitlinie habt Ihr jetzt. Viel Erfolg bei der Bewältigung komplexer Probleme! And now for something completely different: Religion. Hat jemand Fragen?
“Warum lässt Gott Kriege zu?”
“Warum wird der Gebrauch von Kondomen als Schutz vor Krankheiten und ungewollten Schwangerschaften von der katholischen Kirche kategorisch abgelehnt?”
“Wenn Gott die Liebe ist, warum gab es dann die Spanische Inquisition?”
“Wenn Gott die Liebe ist, warum straft er dann ständig die Ungläubigen?”
“In den Zehn Geboten steht: Du sollst nicht töten. Warum gab es dann die gewaltsame Christianisierung in Südamerika? Warum die Kreuzzüge?”
Was denken Sie? Haben wir damals im Religionsunterricht jemals vernünftige Antworten auf solche Fragen erhalten, geschweige denn darüber ernsthaft diskutiert?
Und abschließend: Fast jede religiöse Gruppierung hat einen Missionierungsdrang. In den Heiligen Schriften, wie auch immer sie heißen mögen, wird das entsprechend erwähnt und verlangt. (Ich habe da mal vor langer Zeit in den Kommentaren eines Forums gelesen: “Bei den Christen werden sogar Missionare in die Welt geschickt. Jeder will sich nu mal “vergrößern”.” Und weiter: “Es ist wie bei Otto Versand bring einen neuen Kunden und du bekommst das Handtuch.”)
Religionen erheben universelle und absolute Ansprüche. Ein Nebeneinander erscheint so de facto nicht möglich. Ethik aber ist so etwas wie der gemeinsame Pfeiler für ein Miteinander. Das schaffen Konfessionen nicht. Da kommt es eher zur Ausprägung von Parallelgesellschaften. Achter hat eine Quelle aufgetan, aus der ich an dieser Stelle gerne zitiere, weil man es besser (als Schlusswort) nicht formulieren kann:
Wenn es der Gesellschaft nicht gelingt, ein Fundament gemeinsamer Werte zu legen, ist ein tolerantes Zusammenleben bedroht.
* In fact, it doesn’t make any sense at all, that in German “etwas Sinn macht”. Etwas hat einen Sinn, oder meinethalben ergibt es einen, aber es macht keinen Sinn, dass etwas Sinn macht. Macht Sinn, oder?
** Enquête: Unschwer zu erkennen aus dem Französischen: Untersuchung. Überfraktionelle (einfach ausgedrückt: überparteiliche) Untersuchungs-Arbeitsgruppe, die einen Konsens für langfristige Problem- und Fragestellungen zu erarbeiten versucht, welcher für einen möglichst großen Anteil der Bevölkerung tragbar ist.
*** Früher, als ich noch jung und unverdorben und voller Hoffnung und Menschenliebe war, hieß das Unterrichtsfach “Werte und Normen”. Die Inhalte waren ähnlich, ethisch-moralisch und philosophisch und so, aber der Unterricht war anders getaggt.















