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Als ich hier hing, wich ich zur Bregenwurst aus. Die “10 Weisheiten, die wir aus Animationsfilmen mitnehmen können“, wurden dort gerne gelesen.

10-weisheiten-anim-bw Jetzt, wo’s hier wieder geht, verlinke ich mal dorthin.

Ja, wir haben die Gesundheitswochen ausgerufen! (Falls das bis jetzt noch niemand gemerkt hat.) Und bevor ich mich mit meinen Schülern gemütlich in den Dickdarm zurückziehe und den Darmbakterien bei der Arbeit zusehe, möchte ich noch ein wohlgehütetes Geheimnis verraten: Im ersten Teil des Adrenalin-Films “Crank” hat Jason Statham ein Gift injiziert bekommen, das einen Menschen tötet, sobald der Puls eine gewisse Schlagzahl unterschreitet. In Teil 2, aktuell im Kino, wurde ihm das Herz explantiert — das dafür eingesetzte Kunstherz ist batteriebetrieben und muss dann und wann mit Stromstößen zum Weiterschlagen animiert werden.

Aber jetzt kommt’s: Teil 3 ist bereits in Arbeit, ein erster Trailer ist im Netz: Jason Statham in “Diabetes”. Das stellt alles bisher dagewesene locker in den Schatten!

Wir haben weder Mosten noch Kühen gescheut und sind stolz, Ihnen hier erste Eindrücke vermitteln zu können. Schnallen Sie sich an und halten Sie den Insulinpen und Apfelsaft bereit!

“Predator” — Sie erinnern sich vermutlich. Arnold S., seines Zeichens heutzutage und im echten Leben amtierender Gouverneur des US-Bundesstaates California, und seine Kumpel von der Spezialeinheit wollen eigentlich in Zentralamerika einen Minister aus Rebellenhänden befreien, treffen aber auf so ein fieses, mieses Monster “from outer space”, das ein Schlachtefest eröffnet. So weit, so bekannt, der Film ist 22 Jahre alt, gilt als Genre-Klassiker und gehört wirklich nicht zum Schlechtesten, was Hollywood auf den Markt geworfen hat. Aus diesem Film sollen wir Lebenslektionen mitnehmen?

Eines dieser Fundstücke, die allein schon vom Titel meine Aufmerksamkeit erregt haben: 8 Life Lessons We Can All Learn from “Predator”.

Meine Highlights:

Payback Is A Bitch: … this scene should make you think twice about the consequences before you do something to piss off someone else.
(Rache ist ein Miststück: … diese Szene sollte Sie zweimal über die Konsequenzen nachdenken lassen, bevor Sie etwas tun, was jemand anderen wütend macht.)

Ein gewisser Wahrheitsgehalt ist nicht zu leugnen, aber brauchen wir für diese profunde Erkenntnis “Predator”?

Just because you’re the boss doesn’t mean you get a free pass to suck.
(Nur weil Sie der Chef sind, bedeutet das nicht, dass sie einen Freifahrtsschein haben, Scheiße zu sein.)

Stimmt. Scheiße ist weder an Rang und Namen geknüpft, noch richtet sie sich nach Hierarchien. Und doch ist es so, dass sehr oft die Führungsetage den Umstand, Scheiße zu sein, mehr als bis zur Neige auskostet — und meistens damit auch noch durchkommt.

Upon storming the guerrilla camp, Blain takes a bullet. When he’s asked about it, he replies simply, “I ain’t got time to bleed.” [...]
Somehow, we find time to update our Twitter and Facebook pages 30 times a day, while this guy doesn’t even have time to bleed. A lot more would get done if we shared his sense of urgency.
(Während der Erstürmung des Guerrilla-Lagers trifft Blain eine Kugel. Danach gefragt, antwortet er nur: “Ich habe keine Zeit zu bluten.” [...]
Irgendwie finden wir Zeit, unsere Twitter- und Facebook-Seiten 30 mal am Tag zu aktualisieren, während dieser Kerl nicht einmal Zeit hat zu bluten. Einiges mehr könnte geschafft werden, würden wir seinen Dringlichkeitssinn teilen.)

Passt schon. Ich habe manchmal nicht einmal die Zeit, keine Zeit zu haben. Ich kenne das nur zu gut. Neulich, ich pflegte gerade ambulant zu pflegen, wurde der Befüllungsstand der Harnblase geradezu lästig, aber ich hatte einfach keine Zeit, dem nachzugeben. Irgendwann, nachdem nur noch der äußere Schließmuskel den Blaseninhalt zurückhielt und der Urin im Hirn schon toxische Wirkungen entfaltete, ging es nicht mehr anders, und ich musste in die Station fahren und… naja, Sie wissen schon. Bei Kunden geht man nicht auf’s Klo, fahren Sie mal ambulant, dann verstehen Sie das.
Hat man lange zugekniffen, dann kommt es schon mal vor, dass man — durch einen Spasmus bedingt — tröpfchenweise und ewig lange… naja, das halt. Ich wurde ärgerlich, stinksauer auf meine Harnproduktion, die Harnblase, den Schließmuskel. Ich präzisiere: Ich wäre unter normalen Umständen stinksauer geworden, aber ich hatte dafür einfach keine Zeit.

When In Doubt, Fire Wildly Into The Woods [...] It’s not the most efficient model for getting things done, but it’s a lot better than sitting back and doing nothing.
(Im Zweifelsfall feuern Sie wild in den Wald [...] Es ist nicht der effektivste Weg, etwas zu erledigen, aber es ist um einiges besser als sich zurückzulehnen und nichts zu tun.)

Aha. Soso. Feuern in den Wald. Als Allegorie für Aktionismus mag das ja noch angehen, aber wie wir in der aktuellen Weltwirtschaftskrise sehen können, ist Aktionismus auch nicht immer die Lösung aller Probleme. Zurücklehnen und nichts tun jedoch auch nicht. Bei mir scheitert das Feuern in den Wald schon daran, dass es mir an Schusswaffen mangelt. Aber vielleicht tut es im Notfall auch eine Wasserpistole? Fakultativ könnte ich es auch mit Wattetupferwürfen versuchen. Auf jeden Fall: In den Wald. Das merke ich mir.

Never Rely On The Help Of Others [...] Self-reliance is a valuable trait to have, whether you’re in the jungle or trying to get something on a really high shelf at Home Depot.
(Vertraue nie auf die Hilfe anderer [...] Eigenständigkeit ist ein wertvoller Wesenzug, ob Sie im Dschungel sind oder versuchen, etwas auf einem richtig hohen Brett im “Home Depot” zu ergattern.)

Ja, stimmt, vorzugsweise macht man alles alleine. Fremde Hilfe kann kommen — muss aber nicht. Dann lieber die Ärmel hochkrempeln und selbst Hand anlegen. Aber auch das ist keine exklusive “Predator”-Weisheit.

All this talk about killing is simply a metaphor for getting things done. With strategy, cooperation and lots of hard work, there really isn’t anything that can’t be accomplished. It also helps if you bring a bunch of of machine guns.
(All das Gerede über das Töten ist einfach eine Metapher dafür, etwas zu schaffen. Mit Strategie, Kooperation und viel harter Arbeit gibt es wirklich nichts, was nicht bewältigt werden kann. Es hilft zudem, wenn Sie einen Haufen von Maschinenpistolen mitbringen.)

D’accord. Strategie, Kooperation, harte Arbeit — passt somit zu fast allem, was uns “Predator” bislang gelehrt hat. Selbst machen, statt auf fremde Hilfe zu vertrauen, im Zweifelsfall in den Wald schießen.

Wobei: Was hat Feuern in den Wald mit Strategie zu tun? Und: Rache ist ein Miststück, schon vergessen? Wenn das, was man erledigen möchte, nicht durch Maschinenpistolen zu schaffen ist, wird es vermutlich richtig mächtig sauer. Ganz abgesehen davon, dass Otto-Normal-Blogger wie ich über ein sehr beschränktes Waffenarsenal verfügen — Wattetupfer und Wasserpistolen, Sie wissen schon.

Da lacht sich so ein “Raubtier” doch tot. Auch eine Variante, ihm beizukommen…

“Du willst eine erfolgreiche Zukunft? Wenn ein tätowierter Kerl an deinem Drive-in-Schalter vorfährt, gib ihm seinen Burger, nicht deine Telefonnummer.”

[Kindersitterin Zee gibt dem Mädchen Jenny an der Tür einen Ratschlag fürs Leben. Aus dem Motion-Capture-Animationsfilm "Monster House", USA 2006]

“The more you know who you are, and what you want, the less you let things upset you.”
(“Je besser Du Dich und Deine Bedürfnisse kennst, desto weniger können die Dinge Dir anhaben.”)

[Bill Murray als Bob Harris in "Öost In Translation"]

Mit einigem Genuss habe ich den Artikel “20 of the Worst Action Film Stars of All Time” gelesen, obwohl mein Französisch etwas eingerostet ist.
Ganz abgesehen davon, dass jemand in einem Film “starred” und nicht, wie im Artikel vorgeschlagen “stared”, denn dann würde er ja lediglich starren — starren im Sinne von glotzen –, ist die Aufzählung schon recht gelungen.

Allerdings gibt es dazu einiges anzumerken:

Brigette Neilson in “Red Sonja“: Googlen Sie mal spaßeshalber “Brigette Neilson” — da schlägt Ihnen die Suchmaschine gleich “Brigitte Nielsen” vor, und das zu Recht. Meine Schüler in der Berufsschule beschweren sich regelmäßig, was man so aus ihren Namen machen kann. So vergewaltigt wie der Name der dänischen… der dänischen… Schauspielerin Frau Schönheitschirurgen?-Phantasie jedoch wurde ein Name selten. Das hat sie nicht verdient, auch wenn sie schauspielerisch eher als Kollateralschaden zu bezeichnen ist. Der Film “Red Sonja” von 1985 übrigens hätte es verdient, in einer Senke des Vergessens abzutauchen. RIP. Was schrieb das Lexikon des internationalen Films damals?

Ein streckenweise arg primitiv geratener Fantasy-Film mit komödiantischen Zugaben und, immerhin, hervorragenden Landschaftsaufnahmen.

Immerhin hervorragende Landschaftsaufnahmen. Na, wenn das kein Prädikat ist! Regisseur Richard Fleischer hat übrigens auch “Conan, der Zerstörer” verbrochen, den Nachfolger von “Conan, der Barbar“. “Red Sonja” ist streng genommen filmische Barbarei.
BTW: Schauspielerisch hätte man den Steiermarker Arnold Scharzenegger, heute Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien, ebenfalls in die Kategorie “Schlechte Action-Helden” packen können, aber vermutlich hat er sich durch genau zwei Filmauftritte gerettet: Die “Terminator“-Trilogie (im ersten Teil hatte der Österreicher 17 Sätze mit etwa 70 Worten zu sprechen — besser ist das!) und “True Lies”, nicht nur dank Jamie Lee Curtis ein durchaus sehr sehenswertes Machwerk.

Steve Austin in “The Condemned“: Body-Builder werden Schauspieler, Wrestler werden Schauspieler — lassen wir doch Steve Austin seinen Spaß! Den Film muss ja niemand ansehen, ich für meinen Teil melde mich freiwillig als Erster ab von jeder Vorführung, aber wenn jemand, aus welchen Gründen auch immer, nicht über den geistigen Schwamm zum Aufsaugen von Filmen wie “Aus der Mitte entspringt ein Fluss”, “Babel” oder “L.A.Crash” verfügt, dann soll er sich halt Steve Austin ansehen. Todesfälle gab es in diesem Zusammenhang noch nicht, soweit ich weiß, und außerdem ist ja jeder seines Glückes Schmied.
Der worst on-liner ist aber nicht so schlecht: “Sounds like you’ve had a hard life…good thing it’s over!” (Nicht vor Intelligenz triefend, aber nicht so schlecht.)

Corey Haim in “Prayer for the Rollerboys“: Über wem breiten wir zuerst den Mantel des Vergessens aus: Über dem gebürtigen Kanadier oder über der Zelluloid-Verschwendung? Wie steht es doch im Artikel?

This film simply should not have been created – ever.

George Clooney in “Batman & Robin“: Vielleicht war ich betrunken oder hatte eine schlechte Lebensphase, aber ich habe den Film nicht als wirklich schlecht in Erinnerung. Ich denke, ich muss ihn noch mal ansehen, vielleicht. Als Argument kann ich (Zitat) “Clooney is just too pretty to act in a rubber suit” so nicht stehen lassen. Zu hübsch, um glaubwürdig zu sein? Ist George Clooney hübsch? Und wenn ja: Wurde Bruce Wayne je als hässlich beschrieben? Er ist schließlich Milliardär und kann sich alle Pflegelinien dieser Erde leisten. Und jeden Schönheitschirurgen und jede Botulinumtoxin-Falten-Behandlung obendrein.

John Cena in “The Marine“: Jepp, hier kann ich mitreden. Den Film habe ich zu gefühlten 4,73 Prozent gesehen. Lief auf Premiere, der Tag war verregnet, die Familie ausgeflogen, und ich hatte frei und nur geringe Motivation, aufzustehen — ich glaube, das war nach dem Fahrradsturz. Nein, wirklich, Handlung und Cast waren einfach unsäglich. Immerhin hatte ich ausreichend Motivation, nach etwa 10 Minuten die Fernbedienung zur Hand zu nehmen und umzuschalten.

Shaq in “Steel“: Luster, bleib bei deinen Scheisten! Wrestler können nicht zwangsläufig schauspielern, Paris Hilton auch nicht, warum  sollte Shaquille Rashaun O’Neal, einer der begnadetsten Basketballer aller Zeiten, das dann können? Er spielt für die Phoenix Suns, ich hoffe, ich bin da in meinem Urteil über sein sportliches Können nicht voreingenommen. Ich finde sogar den Sportwart der Suns gut, glaube ich. Damals, 1984, bin ich in Phoenix (genauer gesagt: Im Vorort Scottsdale) zur Schule gegangen. Ich habe zwar die Suns oft live spielen sehen*, Shaq aber leider nicht. Den Film habe ich auch nicht gesehen, aber auch nichts verpasst, denke ich.

Martin Lawrence in den “Bad Boys“-Filmen: Die Filme waren echt Kracher, aber, wir wir alle wissen, funktionieren die meisten Buddy Movies nach diesem Schema: Zwei möglichst unterschiedliche Charaktere raufen sich zusammen und bestehen (oft wider Willen und Erwartung) haarsträubende Abenteuer.
Beispiele? Shrek & Esel, Laurel & Hardy, Tony Curtis & Sidney Poitier in “The Defiant Ones“, Nick Nolte & Eddie Murphy in den “48 Stunden“-Filmen, Susan Sarandon & Geena Davis in “Thelma & Louise“, Steve Martin & John Candy in “Planes, Trains and Automobiles” — die Liste ließe sich auswalzen, bis sie keiner mehr lesen mag. Alle Charaktere auf unterschiedlichen Stufen — sei es gesellschaftlich, intellektuell, von der Pigmentierung her oder vom Körperbau.
Und hier nun das Paar Martin Lawrence und hier, Dingenskirchen,… Willy Schmidt. Dann überlassen wir halt Martin den Part des etwas behäbigeren Knalldullies — irgendwie passt das schon so. (Zitat) “as Martin Lawrence was more like an annoying backseat driver than a believable cop”. Was ich schon für Polizisten kennenlernen musste, dagegen ist die Performance von Lawrence Gold Standard. Einspruch, Euer Ehren!

Nicholas Cage in “The Rock“: Vielleicht war ich auch hier angeschickert oder stand unter Drogen, aber ich fand sowohl den Film als auch Cage nicht schlecht. Da gibt es ganz andere Kaliber mit “dem Käfig”: “Next” zum Beispiel, oder “Ghost Rider“. Die sind richtig schlecht. Aber “The Rock“?

So, das war’s. Ich muss noch ernsthaften Tätigkeiten nachgehen. Mit dem Rest der Auswahl bin ich d’accord.

Oder warten Sie mal, Jennifer Garner… ach nein, “Elektra” war wirklich nix. “She may be the ultimate kick ass fan boy fantasy, but that in no means qualifies her to be an action star.” Aber wer Ben Affleck ehelicht, der hat’s auch nicht besser verdient und muss in so einer Liste auftauchen. Je mehr ich darüber nachdenke: In “The Kingdom” war sie echt gut.

* Früher war ja alles besser! Ich habe Larry Bird von den Boston Celtics und Magic Johnson sowie Kareem Abdul-Jabbar von den L.A. Lakers live erlebt. * DIEBISCH FREU *

“Am Ende fließen alle Dinge ineinander, und aus der Mitte entspringt ein Fluss.”

[Aus der Mitte entspringt ein Fluss, USA 1992]

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