Artikel-Schlagworte: „Spocht“

Na, dann ran, hier ist Ihre Chance. Soeben erhielten zahlreiche Wunschtrainer per Email die offizielle Stelleausschreibung. Es ist geBILDet gelungen, an den Originaltext zu kommen. Sie wissen schon, aus den so oft zitierten “Kreisen”. Wenn Sie in das Profil passen, sollten Sie nicht zögern. Worauf warten Sie?

Wir sind seit den 1970ern Jahren der Branchenführer in der
Fußball-Bundesliga und haben per vereinseigener Leitlinie den
Anspruch auf alle nationalen Titel sowie den Gewinn der Champions League
und des Weltpokals. Wir stehen für Arroganz, wenig Geduld und sind im
Besitz der allgemeingültigen Wahrheit bei allen Fußball-Themen.
Für unsere Lizenzspielermannschaft, eine Mischung aus divenhaften
Topstars, mäßig begabten Nachwuchsspielern und Mitläufern aus aller
Welt, suchen wir aus gegebenem Anlass zum 1. Juli 2009 einen

Cheftrainer in Vollzeit (m/w)
Ihr Profil:
- Sie sind ein anerkannter, nach FIFA-, UEFA- und DFB-Richtlinien
zertifizierter Fußball- LEHRER
- Sie haben nachweisbar auf täglicher Basis einen internationalen
Spitzenklub nachhaltig erfolgreich trainiert und geführt (ein
erfolgreiches Projektmanagement bei einem Nationalteam reicht nicht
aus!)
- Altbewährte Grasfressen-Parolen und computergesteuerte
Leistungsdiagnostik sind für Sie kein Widerspruch
- Sie sind jung und aufgeschlossen, aber gleichzeitig erfahren und
konservativ
- Sie haben uneingeschränktes Potenzial zum Publikumsliebling
- Sie verfügen über das Bayern-Gen in Ihrem Erbgut

Ihr Aufgabengebiet umfasst:
- Das tägliche Li-La-Laune-Unterhaltungsprogramm für satte, aber
sensible Millionäre
- Etablierung eines erkennbaren und zukunftsorientierten Spielsystems
mit den derzeit gängigen Taktikelementen
- die unmittelbare Erzielung kurz, mittel- und langfristiger Erfolge

- Idealerweise ersetzen Sie den Vorstandsvorsitzenden und Manager bei
der Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere nach unerwarteten Heim-Pleiten
oder peinlichen Auswärts-Niederlagen.
- Sie unterstehen direkt der Vereinsspitze und berichten tagesaktuell
dem Vorstandsvorsitzenden, dem Manager und der “Bild”-Zeitung.

Unerwünscht sind:
- Lothar Matthäus, Christoph Daum und Peter Neururer
- Visionäre und/oder US-Amerikaner
- Maxime wie ‘Jeden Spieler jeden Tag ein Stück besser machen zu
wollen’
- schwäbischer Akzent
- Dauergrinsen & Durchhalteparolen
- Anti-bayerische Altlasten im Lebenslauf
- ein Betreuerstab, der die Maximalzahl fünf überschreitet
- Betreuer aus Nicht-EU-Mitgliedsstaaten
- Demontage aktiver, ehemaliger oder künftiger Bayern-Torhüter
- festinstallierte oder portable Buddhas

Wir bieten:
- Tägliches Arbeiten an der frischen Luft
- Neuwertiges, nahezu unbenutztes Leistungszentrum
- Einen leistungsorientierten Zwei-Jahres-Vertrag (jederzeit einseitig
kündbar durch den Verein)
- Attraktives Gehaltspaket und vermögenswirksame Leistungen auch im
Trennungsfall
- mehr oder weniger geeignete, gerne auch unabgestimmte Kommentare der
Vereinsspitze über Ihre Arbeit in einer der drei täglichen
Boulevard-Zeitungen Münchens

Bewerben Sie sich noch heute!

FC Bayern München AG
Personalabteilung
Säbener Straße 51-57
81547 München

Der HSV führt 1:0 gegen Werder Bremen. Ich habe das wunderschöne Tor von Ivica Olic in der 12. Minute gesehen. So viel Gefühl haben manche nicht in dem Organ, aus welchem zuweilen eine Mödergrube gemacht wird.

Womit wir beim Thema wären: Wer nicht im Stadion weilt, obwohl es im Weltmaßstab nicht mal eine Handbreit entfernt ist von unserem Balkon, der hockt halt vorm Bildschirm. Herz, Liebe, Fußball — die wahre Liebe kann der Fußball sein, aber darauf wollte ich garnicht hinaus. (Zumal die wahre Liebe im Zusammenhang mit Fußball anderswo beheimatet ist.)

Das Kontrastprogramm: Die “schönen Mädchen”, wie mein Ältester immer sagt. Johanna hält den Konsum von “Germany’s Next Topmodel” für “Kickboxen vom Sofa aus”, ich halte es für Hirnfraß, der Pseudo-VIPs produziert, die eine Halbwertzeit von gefühlten 6,3 Sekunden haben. Und das Deutsch dort ist auch nicht immer druckreif. Aber meine heißgeliebte Angetraute verbringt gerne mal einen denkbefreiten Abend mit dieser Sendung.

Unser wunderbarer Flachfernseher in der guten Stube hat eine adäquate Größe, sowohl für Fußball- als auch für moderne Gladiatorinnen-Spiele. Wahre Liebe bedeutet, der Frau die 81,28 cm Bildschirmdiagonale zu überlassen und das zunehmend ruppiger werdende Europapokal-Spiel auf 10 Zoll zu schauen. So, liebe Männer-Kollegen, umschifft man(n) Ehehindernisse.

Dass es inzwischen 1:1 steht, ist zwar ärgerlich, aber durchaus berechtigt. Die “Streifensocken” haben etwas mehr vom Spiel.

“Schmerz tut nicht immer richtig weh.”

[Hamburger SV-Fußballlehrer Martin Jol über das lädierte Schienbein des kroatischen Nationalspielers Mladen Petric, welches im Pokalspiel gegen den SV Werder Bremen vom Defensivmann Naldo mit einem Stollen aufgeschlitzt wurde.]

Schmerz tut also nicht immer richtig weh. Eine interessante Aussage, auch hinsichtlich der Therapie von Schmerzpatienten. Ein neuer Ansatz?
“Nun stellen Sie sich mal nicht so an, Schmerz tut nicht immer richtig weh.” Bisher galt: Schmerz ist, wenn der Betroffene es sagt. Der Niederländer aber geht neue Wege in der psychologischen Betreuung. Meine Eltern haben das früher auch schon gemacht, wenn auch mit anderen Worten: “Eiin Indianer kennt keinen Schmerz.” Abgesehen davon, dass Indianer heute poltisch korrekt als Natives bezeichnet werden: Ich habe in meiner Schulzeit in den USA einige kennengelernt. Schmerz ist dort ebenso bekannt wie in allen anderen Kulturen — ansonsten hätte ein Marterpfahl auch keinen Sinn gehabt, damals, als er noch zum Einsatz kam und nicht nur folkloritisches Beiwerk war.

“Fußball ist nicht nur rennen, da ist ja auch ein Ball dabei. Wichtig ist, dass man den auch ab und zu trifft.”

[Michael Ballack, Profi-Fußballer, im Juni 2008 zur Frage nach seinen Qualitäten als Sprinter.]

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