Archiv für die Kategorie „Fundbüro“

“Des Übels Wurzel ist oft die Radikalisierung.”

[In einer meiner Klausuren im Gemeinschaftskunde-Leistungskurs vor über 20 Jahren geschrieben und bis heute leider nicht widerlegt.]

Gerne, wirklich zu gerne hätte ich mich diesbezüglich eines Besseren belehren lassen. Aber immer wieder stoßen wir auf Radikalisierungen: Gesellschaftlich, politisch und religiös. Vor keinem Bereich macht sie halt, nichts und niemand wird verschont. Bauernfängerei, falsche Versprechungen und Hoffnungen, oft basierend auf Feindbildern, Intoleranz und der falschen Auslegung von Tatsachen.
Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. (Vorher geht alles andere über den Jordan*.)

* Sollte Ihnen der Begriff Jordan in irgendeiner Form widerstreben, so ersetzen Sie ihn doch bitte durch den Namen eines Flusses Ihrer Wahl. Hier ein paar Vorschläge: Spree, Elbe, Aller, Weser, Mississippi, Lopau, Amazonas, Dnjepr, Tejo, Yukon, Ganges, Mekong, Wandse, Indigirka, Niagara, Sambesi… Was immer Sie auch wählen mögen, die Tatsache bleibt: Es geht den Bach runter. Auch die breiten und langen.

… aus dem… ach nein, mein Sohn sagte, dieses Wort dürfe nicht benutzt werden. Recht hat er. Andererseits finden wir das Wort vielfach in der Literatur, auch bei jenen, die unser Bild von der Nation der Dichter und Denker mitbegründet haben.
Bei Johann Wolfgang von Goethe beispielsweise im dritten Aufzug des Schauspiels Götz von Berlichingen: „Er aber, sag’s ihm, er kann mich im Arsche lecken!“. Also doch salonfähig. Eigentlich ist es ja auch scheißegal, irgendwie.

Dieses Attribut trifft nun aber nicht auf die Wahl dieses Blogs als “Blog des Monats” zu. Ganz und garnicht. Eine der geliebten geschätzten geliebten Blog’N'Roll-Mitgliederinnen, Johanna Sez, hat das nämlich so entschieden. Wenn einem mir da nicht die Sonne aus dem Arsch scheint, ja, wann denn dann?

Ist auf jeden Fall einen Sandemann Medium Dry Sherry wert, den ich gerade hinter die Binde kippe genussvoll zu mir nehme. Besondere Momente verdienen das!

Da bedanke ich mich noch einmal mit einem angedeuteten Handkuss in Richtung des Fräulein Sez, die eigentlich ganz anders heißt und neben Johanna noch einige Vornamen ihr eigen nennt (und diese vermutlich in ihrem Schatzkästlein aufbewahrt). Ich möchte diesen Eintrag schließen mit einer ausdrücklichen Lese-Empfehlung: Das Blog von Johanna gehört zu meinen absoluten Favoriten. (Und ich sage das nicht, weil sie geBILDet in den Blogosphären-Adelsstand gehoben hat, sondern weil’s schon genau so hinkommt.)

In diesem (und jedem anderen) Sinne…

Nein, also wirklich, mit der Beseitigung von Spam hat der Netzospähren-Mensch ja alle Hände voll zu tun. Was für die Löschung von unerwünschten Kommentaren und Mails für eine Lebenszeit vergeudet wird, geht auf keine Kuhhaut. Manches, was zusammengeschustert wird, entbehrt aber wirklich jeder sinnigen Grundlage — inhaltlich wie sprachlich. Akismet hält dem WordPress-Blogger ja einiges vom Halse, glücklicherweise. Heute klebte dieser Hirnfraß im Filter:

awsome post…
check out notgeile nutten

check die baseline

“Awsome post…” — ja, vielen Dank für die Blumen. Selbst wenn’s ehrlich gemeint wäre: Mein Englisch ist nicht unbedingt schlecht, ich habe einige Zeit in den USA gelebt und meine, mich zu erinnern, dass “Awesome” die krass korrekte Schreibweise ist.

Dann dies: “check out notgeile nutten”. Denglisch par excellence. Nun stellt uns die Übersetzung des Begriffs “Notgeil” fürwahr vor einige Probleme. “Desperately horny” wäre mein Favorit gewesen, so aus der Hüfte geschossen, aber dann machte ich mich auf zur allseits geschätzten Translationskapazität LEO und fand einiges, zumindest in den Diskussionsforen. Zum Beispiel dieses hier:

A German friend, while on enjoying a stint as a ski bum in the Colorado Rockies, found himself having to explain the term notgeil to some American friends. His literal translation was met with such an enthusiastic response, apparently filling a need as it were, that the Coloradans agreed it should be adopted. And so to this day, if you are passing through certain remote corners of Colorado Rockies, you just might hear some ski bum say, “Dude, I am soo emergency horny”.

Emergency horny” — wenn ich mal einen Porno drehen sollte, was vermutlich nie stattfinden wird, aber man weiß ja nie so genau, dann wird er diesen Titel bekommen. Ein genialer Neologismus. Aber warum übernehmen die Angelsachsen und andere englischsprachige Länder nicht einfach “notgeil”? Ich meine, “Sauerkraut”, “Kindergarten”, “Angst”, “Bratwurst” und “Rucksack” haben ja auch ihren Weg in die englische Sprache gefunden.

Dann jenes, auch bei LEO. Eine freundliche kleine Sammlung von Worten und Phrasen, vor deren Gebrauch zumindest das Einschalten des Hirns empfehlenswert ist:

It depends on whether you want a “proper” term or an “unproper” term. LEO has several proper terms:
salacious
horny
lewd
lascivious
prurient
lustful

Improper?? I don’t know if this is the proper place for such things, but…
He walks around with his dick in his hands.
His brain is in the head of his prick.
If he thought about anything other than sex, he’d forget his name.

Möglicherweise bietet sich der Gebrauch solcher Worte ja mal an. Zwischen den ganzen “Troll”-Arien und -Wortgefechten (Zitat: “Astrein. So geht das also. Jetzt haben die Trolle sich gegenseitig den Thread kaputt gemacht.“) fand ich dann noch:

irredeemably randy

“Hoffnungslos geil”. Na, wenn das mal keine grifffige Nummer ist. Ich empfehle dem Spam-Kommentator (auch als Troll zu bezeichnen), der seine Email mit vladimir.from.ungarn@gmail.com angibt, für zukünftige unpassende Attacken auf an sich harmlose Blogs zumindest eine sorgfälltigere Recherche. Vielleicht sollte dafür diese Seite empfohlen werden.

Ach ja, die Übersetzung von “nutten”, ein Wort, welches im deutschsprachigen Raum normalerweise groß geschrieben wird, ist eher eine Formsache:

moll, bitch (eher abwertend gebraucht), hooker, slut, tart, ho, whore

Da könnte sich “Vladimir von Ungarn” einfach etwas heraussuchen, was nach seinem Gusto ist.

“check die baseline” ist natürlich sprachlich auch kein großer Wurf, aber prinzipiell nicht ungewöhnlicher als “Ey, Alder, du Muschi, konkret krass fett gechillt.”

Also, liebe Spammer, wenn schon Spam, dann bitte richtig. (Gelöscht wird sowieso, weil Cerebralinsuffizienz hier nicht geduldet wird.)

Zwangsläufig beschäftigt man sich mit Visualisierungsaspekten, wenn man ein Blog zusammenschraubt und fährt. Schließlich kann man nicht erwarten, dass sich alle so auf der Plattform auskennen wie man selbst. Gerade die Möglichkeit, RSS-Feeds zu abonnieren, kann nicht deutlich genung herausgestellt werden. Sonst rauschen alle Besucher wieder ab, ohne etwas für später mitzunehmen.

Eine ganz hervorragende Sammlung frei erhältlicher RSS-Piktogramme finden Sie hier — von ganz unprätentiös bis krachend. Wer von da wieder verschwindet, ohne fündig geworden zu sein, na, dem ist dann wohl nicht mehr zu helfen.

Gerade Schmuddelwettertage wie die derzeitigen bieten sich an, um dem Blog mal einen neuen Anstrich zu geben. Schlupfen Sie einfach unter die WordPress-Haube und sehen sich mal in aller Ruhe in den Stylesheets (den Layout-Dateien) um. Solche Design-bestimmenden Dateien enden mit CSS (für Cascading Styling Sheets).

Dann stellt sich natürlich die Frage nach der Farbzusammenstellung. Aufs Geratewohl in die Farbkiste zu greifen endet meist mit einem Desaster. Farblich gesehen. Wirklich richtig zu bunte Seiten, die schon an fahrlässige Körperverletzung grenzen, gibt es im Netz zuhauf. Aber Sie können etwas dagegen tun! Stellen Sie dir Farben passend und zurückhaltend zusammen.

Den nötigen Code für Farben können Sie sich selbstredend in Grafikprogrammen mit dem Farbpipetten-Werkzeug heraussuchen und die entsprechende Zeichenfolge dann übernehmen. Oder Sie schlagen einfach mal bei den folgenden Verknüpfungen nach:

farbpaletteFarbpalette, Farben-Hexa-Code, HTML: Neben den Standardfarben sind auch zahlreiche Farbnuancen zu finden.

Colr.org — Play witth colors and color schemes: Hier können Sie sich von einem zufällig ausgewählten Flickr-Bild, einem eigenen, von der Seite aus hochgeladenen oder einer Netzseite Farben auswählen und sich den Farbcode anzeigen lassen.

Color Palette Generator: Hier wählen Sie ein eigenes Bild von Ihrer Festplatte aus und analysieren die Farben. Alternativ gibt es aber auch eine Liste mit Beispielen und von anderen Usern hochgeladenen Bildern. Für 9, 25 oder 47 (Rechnen Glückssache: 7 mal 7 ergibt… na? jedenfalls nicht 47! Wir schicken den hier werkelnden Blogger nochmal zur Grundschule!) 49 Farben wird der Hexadezimalcode angezeigt, dabei sind auch Durchschnittswerte möglich. Schön ist, dass diese Farben direkt neben- bzw. untereinander dargestellt werden — das erleichtert die Entscheidung, ob und wie sie zusammen wirken oder nicht. Beispiel 1 , 2 und 3 aus der Liste verdeutlichen das mal. (Sollte Sie das Gefühl beschleichen, das Bild aus Beispiel 3 schon mal gesehen zu  haben, dann brauchen Sie lediglich einen Blick in den Kopfbereich dieser Seite zu  werfen.)

Smithsonian Magazine: 6th Annual Photo Contest -- Reader's Choice

Smithsonian Magazine: 6th Annual Photo Contest -- Reader's Choice

Kurz und knapp heute, die Bilder sprechen für sich: Das Smithsonian Magazine veranstaltet wieder die Leserwahl beim Foto-Wettbewerb. Einfach mal hinklicken, die Auswahl ist schon schwer genug. Tolle Bilder. (Und ich verkaufe meine Kamera, glaube ich.)

Zum Vorglühen mal ein Screenshot mit einigen der Kandidaten.

Ja, endlich traue ich mich an ein Theme heran! Die Wachsamkeit, die Haut dieses Blogs, hatte mich ja schon einige Zeit beschäftigt. So ist das eben, wenn mensch PHP 1. im Eilverfahren und 2. autodidaktisch lernen möchte. Suche zwar noch nach 12 Fehlern, die eine XHTML-Validation derzeit noch verhindern, aber die neue Haut einen Ordner weiter lässt sich diesbezüglich gut an. Wer schauen möchte: Hier geht’s zur Baustelle.

Und weil sie das eben ist, eine Baustelle, auf der ich die ein oder andere Bastelstunde verbringe, gibt es keine Garantie, dass alles immer ordnungsgemäß abläuft. Try & Error sind derzeit meine treuen Gefährten. Glücklicherweise kommt Try häufiger vorbei als Error. Ist halt ein verlässlicher Kollege.

Ein Fundstück habe ich noch, eine Fundamentalkritik an Twitter, die (wie bei Schreiberlingen üblich) überspitzt und (wie nicht bei allen Schreiberlingen üblich) unterhaltsam und pointiert ausgefallen ist.

So, ich mach’ jetzt wieder Bastelstunde. “Code is poetry”!

mein Flickr

By Erik Rasmussen
Translator
German flagItalian flagPortuguese flagEnglish flagFrench flagSpanish flagDutch flagDanish flagFinnish flag
Polish flagSwedish flagNorwegian flagGalician flag     
By N2H