Archiv für die Kategorie „zitierfähig“
“Schmerz tut nicht immer richtig weh.”
[Hamburger SV-Fußballlehrer Martin Jol über das lädierte Schienbein des kroatischen Nationalspielers Mladen Petric, welches im Pokalspiel gegen den SV Werder Bremen vom Defensivmann Naldo mit einem Stollen aufgeschlitzt wurde.]
Schmerz tut also nicht immer richtig weh. Eine interessante Aussage, auch hinsichtlich der Therapie von Schmerzpatienten. Ein neuer Ansatz?
“Nun stellen Sie sich mal nicht so an, Schmerz tut nicht immer richtig weh.” Bisher galt: Schmerz ist, wenn der Betroffene es sagt. Der Niederländer aber geht neue Wege in der psychologischen Betreuung. Meine Eltern haben das früher auch schon gemacht, wenn auch mit anderen Worten: “Eiin Indianer kennt keinen Schmerz.” Abgesehen davon, dass Indianer heute poltisch korrekt als Natives bezeichnet werden: Ich habe in meiner Schulzeit in den USA einige kennengelernt. Schmerz ist dort ebenso bekannt wie in allen anderen Kulturen — ansonsten hätte ein Marterpfahl auch keinen Sinn gehabt, damals, als er noch zum Einsatz kam und nicht nur folkloritisches Beiwerk war.
“Fallen Sie langsam, haben Sie Meerjungfrau.”
[Eine meiner Schülerinnen zu einer Kursleidensgenossin, die sich an ihrem Stuhl verheddert hatte.]
Geplant war natürlich ein anderer Ausspruch, aber nach eigenem Bekunden hatte sie heute einen Knoten in der Zunge und dies zuvor auch schon mehrfach in ungewohnter Konsequenz unter Beweis gestellt; dieser Versprecher war dann die Krönung.
“Tiefe Wasser sind still.”
[Eine meiner Schülerinnen in der Berufsschule über eine sehr stille, zurückgezogene Mitschülerin. Der Versprecher des Tages.]
“Ach, Merkel, die alte Stasischlampe, die kann mich mal.”
[Ein Mann in ausgebuffter grauer Jogginghose, einem T-Shirt mit völlig sinnfreiem englischen Aufdruck, weißen Tennissocken mit blauem und rotem Streifen und -- ich gestehe, es klingt so sehr nach Vorurteil, dass es zum Himmel schreit, aber es war so -- Badeschlappen zu einem Verkäufer auf dem Flohmarkt in Gartow, Wendland.]
Hoppla! Harter Tobak, oder?
Dieser Satz muss dingend in einen Zusammenhang gebettet werden, um ihn gebührend würdigen zu können.
Der Stand, an welchem dieses Zitat aufgeschnappt wurde, bot diverse Computerspiele feil. Jener Mann, der das Zitat über Merkel fallen ließ, wollte ein wohl in absehbarer Zeit indiziertes PC-Spiel erwerben, das der Verkäufer auch prompt aus einer Kiste zauberte. Es entstand ein Wortwechsel, in dessen Verlauf sich beide Seiten gegenseitig hochschaukelten. Grundsätzlich war man sich aber einig: Die Regierung dürfe keine Spiele verbieten, auch nicht die Gewalt verherrlichenden, die in einen Zusammenhang mit Amokläufen gebracht werden. Irgendwann fiel dann der Satz.
Volkes wahre Seele auf dem Flohmarkt. Stammtischparolen am Spielestand. Zu allem Überfluss bediente der Mann auch noch alle Vorurteile — sprachlich, optisch und olfaktorisch. The real Dittsche!
“Du willst eine erfolgreiche Zukunft? Wenn ein tätowierter Kerl an deinem Drive-in-Schalter vorfährt, gib ihm seinen Burger, nicht deine Telefonnummer.”
[Kindersitterin Zee gibt dem Mädchen Jenny an der Tür einen Ratschlag fürs Leben. Aus dem Motion-Capture-Animationsfilm "Monster House", USA 2006]
“The more you know who you are, and what you want, the less you let things upset you.”
(“Je besser Du Dich und Deine Bedürfnisse kennst, desto weniger können die Dinge Dir anhaben.”)
[Bill Murray als Bob Harris in "Öost In Translation"]
“The release of atom power has changed everything except our way of thinking. Thus we are drifting toward a catastrophe beyond comparison [...] the solution to this problem lies in the heart of mankind. If only I had known, I should have become a watchmaker.”
(“Die Freisetzung der Atomkraft hat alles verändert außer unserer Denkweise, und deshalb treiben wir auf eine Katastrophe zu, die nicht ihresgleichen hat [...] die Lösung des Problems liegt im Herzen der Menschheit. Hätte ich das nur geahnt, wäre ich Uhrmacher geworden.”)
[Albert Einstein]















